Norman Palm - Shore To Shore - Cover
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Norman Palm Shore To Shore


  • Label: City Slang/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Meppen, Paris, Mexiko-Stadt und Berlin gehören zu den Lebensstationen des jungen deutschen Songwriters Norman Palm. Nach dem Motto „Aus der Provinz in die Millionenstädte“ könnte man leichtfertig das Klischee bemühen. Der Musiker hatte zunächst mit einem selbst finanzierten Debüt in kleinster Auflage für erstes Aufsehen gesorgt: „Songs“ hieß das Werk und dieses 200 Seiten Buch-Booklet mit CD gestaltete der Künstler mit Zeichnungen, Fotos und natürlich Musik höchstpersönlich.

Die zweite CD ist nun ein ganz normal verpackter und gestalteter Silberling, den Norman Palm in seiner derzeitigen Wahl-Heimat Berlin zusammen mit dem finnischen Musiker Janne Lounatvuori aufnahm. Palm schuf die Kompositionen allein und seine sanfte Stimme bewegt sich meist behutsam durch die zehn Songs. Der Einbau von fremdartigen Instrumenten und Keyboarderin in seinen Sound inspirierte die Plattenfirma zu der eigens gefundenen Kategorie Folktronica oder Laptop-Folk, das klingt doch interessant, oder?

Gelungenen Songwriterpop mit elektronischen Elementen dürfte man wohl auch sagen, nur leider vergehen die knapp vierzig Minuten einfach zu schnell: „Start/Stop“ beginnt mit Gitarrenklängen und Gesangslinien, die ein wenig an Simon & Garfunkel erinnern, nach und nach werden neue Instrumente eingeführt und miteinander verwoben, der Norman Palm macht Musik, die vielschichtig, aber nicht verkopft klingt. Der eingängige Gitarrenpopsong „Landslide“ gehört schon fast ins Radio, aber ansonsten möchte Herr Palm langsam entdeckt werden, er macht es dem Hörer manchmal leicht, doch zeitweise braucht man Geduld beim Zuhören. Wenn man sich auf seinen reduzierten, verspielten und auch speziellen Stil einlässt, bekommt man Songwriter-Pop der guten Sorte geboten, der selten ziellos und zu verschnörkelt wirkt. Die Attribute melancholisch und sehnsüchtig fallen einem da eher ein.

Ein Track wie „Easy“ mit starkem Electro-Einschlag stört fast ein wenig, obwohl er sehr entspannt daherkommt, da doch die Gitarren orientierten Stücke, also die warme und erdige Instrumentierung, trotz aller elektronischen Einflüsse die Hauptrolle spielen. Das Album wirkt als Ganzes und zieht einen in seinen seltsamen Bann, den man sich kaum entziehen kann. Norman Palm gehört zu den deutschen Songwritertalenten, der sicher dem großen Massenpublikum nicht unbedingt bekannt werden wird, dennoch besitzt er aber eindeutig seinen eigenen Stil, der gute musikalische Qualitäten offenbart.

Anspieltipps:

  • Landslide
  • Smile
  • Sleeper
  • $ 20

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