Fredy Rotten - Even If We Sleep - Cover
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Fredy Rotten Even If We Sleep


  • Label: CMS Records
  • Laufzeit: 35 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Dass selbst hartgesottene Mitglieder sogenannter Krachmacherkapellen einmal Abstand von ihrer hauptamtlichen Betätigung als musikalische Berserker brauchen, haben bereits diverse Solo-Ausflüge von Musikern aus dem Metal-Bereich gezeigt. Auch das seit Anfang 2008 gedeihende Soloprojekt von Frederyk Rotter, der sich seine Brötchen in erster Instanz als Frontmann in der Schweizer Doom-Noise-Band Zatokrev verdient, geht in diese entspannte Richtung und präsentiert acht radikal abgespeckte Akustiknummern – und damit ähnlich radikale Kost wie bei Zatokrev.

Fredy Rotten hat mit „Even If We Sleep“ ein herbstlich-melancholisches Düster-Folk-Album eingespielt, das hauptsächlich auf dem Einsatz seiner sanften Stimme und einer Akustikgitarre basiert. Dazu gesellen sich spärliche Drums sowie hier und da mal eine Violine oder ein Cello. Das reicht, um eine bedrückende Atmosphäre zu kreieren, die sich wie ein schwerer Schleier über den Hörer legt. Für den Sommer ist so eine Musik kaum geeignet. Höchstens für tiefschwarze Nächte ohne Mondschein.

Die Songs fühlen sich zerbrechlich und roh, allerdings manchmal auch nicht bis ins Letzte durchkomponiert an („Middle of the road“). So würde man sich häufiger eine bittersüße Melodie wie in „Untrodden“, dem wohl besten Track des Albums, wünschen – oder einfach nur einen Tick mehr Abwechslung. Denn auch bei größter Konzentration kann das Oeuvre des Baslers schon mal etwas langatmig wirken („Unseen hands“). Dagegen hört man in einigen Stücken das Knarzen des Stuhls, auf dem Frederyk Rotter bei den Aufnahmen saß. Das ist dann auch eine Art von Atmosphäre, aber nicht der erhoffte große Schuss, der „Even If We Sleep“ aufgrund seines Potenzials hätte werden können.

Anspieltipps:

  • Untrodden
  • Unseen hands
  • Carry the lone
  • Even if we sleep

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