Customs - Enter The Characters - Cover
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Customs Enter The Characters


  • Label: Noisesome/EMI
  • Laufzeit: 44 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Vor gut einem Jahr gaben die Belgier von Customs ihr erstes Konzert und doch können sie schon jetzt gehörig Airplay beim belgischen Radio vorweisen, genauer gesagt bei 'Studio Brussels'. Der Sender sucht sich pro Woche drei unbekannte Bands aus, die ein Feature bekommen. Durch eine belgische Website, wo sich Artists mit ihrem Profil präsentieren können, kam man auf Customs. Noch als Trio unterwegs, ohne Live-Erfahrung und mit keinem Gedanken an ein mögliches Album, wurden sie zum Gewinner auserkoren und ihr Song dem Radiopublikum regelmäßig schmackhaft gemacht.

Mit so viel Rückenwind, den Stücken von Sänger Kristof Uittebroek im Gepäck und mittlerweile zum Quartett gewachsen, ging es an die Proben und im Sommer 2009 folglich an die Aufnahme des Debütalbums „Enter The Characters“, die im Studio von Schlagzeuger Ace Zec ebenso wie die Produktion von der Band selbst übernommen wurde. Für das Mastering ließ man es sich aber noch etwas kosten und engagierte Geoff Pesche (Gorillaz, Arctic Monkeys, Coldplay) in den Räumlichkeiten der Abbey Road Studios. Musikalisch geht es beim belgischen Gespann in Richtung New Wave, Post-Punk - 80´er eben, wie es derzeit so angesagt ist. Bis auf einzelne Songs, die schon sehr gut zünden, ist „Enter The Characters“ mittelprächtig und in etwa eine Light-Version von der Speerspitze aus Editors und Interpol.

Sakrale Töne aus dem Synthesizer werden im Intro schnell in Uptempo-Beats und typisch atmosphärische Gitarrensounds gepackt, so dass es nur ein kleiner Schritt zu „The Matador“ ist. Tanzbar und dennoch kühl pulsierend schlängeln sich die Synthies an weit ausholenden Gitarren und am Schlagzeug vorbei, während der Refrain hymnisch und mitsing-kompatibel von Kristof Uitterbroek in dunklen, mitreißenden Regionen vorgetragen wird. Im Ganzen jedoch wesentlich kompakter und schnittiger ist da die erste Single „Justine“.

Ein Song, der die Standard-Elemente der 80´er-affinen Gitarrenbands der Gegenwart hinreichend kennt, sie stimmungsvoll positioniert und genau so wie „Tonight We All Stand Out“ (mit seinem positiv verspielten Gitarren und dem prägnanten Bass) für die besten Momente auf „Enter The Characters“ sorgt. Wer das braucht, wenn es bereits herausragende Bands in dieser Schnittmenge gibt, ist nur schwer zu klären, aber wem das letzte Editors-Album zu elektronisch war und noch nach Unterhaltung bis zur nächsten Interpol verlangt, ist mit diesem Werk ganz gut bedient.

Anspieltipps:

  • Justine
  • Tonight We All Stand Out
  • Rex
  • We Are Ghosts

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