Plan B - The Defamation Of Strickland Banks - Cover
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Plan B The Defamation Of Strickland Banks


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Tanzparkette Europas sind nicht mehr vor Retro-Soul sicher, sobald dieses Album in den Charts einschlägt.

Was ist denn hier passiert? Noch vor vier Jahren war Plan B ein Zeichen für wütenden, weißen HipHop aus dem United Kingdom und dann hört man im Radio einen Motown-Hit wie „She Said“, der eben von diesem Plan B kommen soll? Niemals! Man mag sich sträuben und die Ohren reiben, außer roten Abdrücken hinterlässt diese Verneinungen der Tatsachen nichts. HipHop-Einschübe erinnern an das Raubein von vor vier Jahren, doch davor steht eine Melodie, geleitet von Bläsern, Streichern und ganz viel Soul. So unglaubwürdig das alles klingt, so stimmig liegt das ganze Konstrukt in den Ohren und hat tatsächlich allerhand Trümpfe in der Hand.

Es ist schon der Wahnsinn, in welche Höhen Ben Drew seine Stimme aufsteigen lässt, um dem neuen Stil seine Glaubwürdigkeit zu verliehen. Noch während des ruhigen Openers „Love Goes Down“ bekommt man den Eindruck, Drew hätte nie andere Musik gemacht und wäre für diese Musik geboren. Hier haben Musiker und Produzent wirklich astreine Arbeit geleistet. Wie stilsicher und variabel sich Ben Drew durch das neue Terrain singt, ist beinahe beängstigend gut. Allein der klassische Höhepunkt fehlt hier und da, was aber auch dem Genre geschuldet ist. Dieses Manko wird meistens damit wettgemacht, dass der Track den Hörer mit seiner Stimmung von der ersten Sekunde an packt, was besonders in der Single „She Said“ und auch „Stay Too Long“ makellos funktioniert. Die hier eingestreuten HipHop-Passagen sorgen für Frische und eine Zusammenführung von Musikkultur der besonderen Art.

Wo Lieder wie „Welcome To Hell“ einfach so herkommen, scheint mehr als mirakulös, aber Wunder gibt es immer wieder (die fünf Euro dafür liegen bereits im Phrasenschwein) und die Mischung macht es möglich, dass Jung und Alt ihren Gefallen an dieser Musik finden können, wobei das Hauptaugenmerk auf der neuen Generation liegt, die an den Soul herangeführt werden soll, denn großartig anders ist das Crossover nicht zu erklären. Die „reinen“ Soul-Stücke sind dann wieder für jedermann, ohne glatt gebügelt zu wirken. Ein wirklich schönes Klangerlebnis, welchem allein die Höhepunkte fehlen. Gleichzeitig muss jedoch bemerkt werden, dass das Niveau so hoch gehalten wird, dass es schwer ist, Höhepunkte zu setzen. Die Tanzparkette Europas sind auf jeden Fall nicht mehr vor Retro-Soul sicher, sobald dieses Album in den Charts einschlägt. Mal sehen, ob ein Stück Sixties auf die Dancefloors der Clubs und Diskotheken zurückkehren wird.

Anspieltipps:

  • Welcome To Hell
  • Stay Too Long
  • What You Gonna Do

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