Joan Jett And The Blackhearts - Greatest Hits - Cover
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Joan Jett And The Blackhearts Greatest Hits


  • Label: Blackhearts Records/SOULFOOD
  • Laufzeit: 66 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

2010 kam ein Film in die Kinos, der den Weg der Band The Runaways in den 70er Jahren nachzeichnet. Die erste Frauenrockband, die auch noch Erfolge feierte, war das Phänomen dieser Zeit. Joan Jett, Kim Fowley, Cherie Currie, Lita Ford und Sandy West stellten das endgültige Line-Up dar, denn es gab auch einige Umbesetzungen. In ihrer Heimat USA und vor allem in Japan brachte der Gruppe ihre stramme Rockmusik mit der entsprechenden Vermarktungsstrategie der unkonventionellen und offenherzigen Musikerinnen beachtliche kommerzielle Erfolge ein, nur leider existierten The Runaways gerade einmal vier Jahre.

Weltweiten Erfolg nach der Trennung dieser Band im Jahre 1979 hatte nur Joan Jett, die zusammen mit ihrer Band The Blackhearts seit den 80ern musiziert und ist bis heute im Musikgeschäft tätig. Ihr letztes Album erschien 2006 und hörte auf den Namen „Sinner“. Anlässlich des Films, den Joan Jett als Produzentin begleitete, wurde nun ein Greatest-Hits-Doppelalbum ihres Schaffens veröffentlicht. Nicht, das es davon nicht schon welche gäbe, das besondere an diesen ist die Tatsache, dass drei Songs 2009 neu eingespielt wurden und das neben der digitalen Nachbearbeitung der Tracks wirklich alle Hits von Joan Jett und eben der Runaways lückenlos dargeboten werden.

Der größte Hit der Runaways, „Cherry Bomb“ eröffnet die Sammlung von 21 Songs auf zwei CDs: Rau rocken die Frauen gepflegt und gitarrenorientiert los und dann beginnt der Reigen der neu eingespielten Songs: „You drive me wild“, „School days“ und „Love is Pain“.
Stimmlich kaum gemäßigter, aber mit dem üblichen „Rock meets Punk“-Drive serviert Joan Jett Gitarrenriffs der Extraklasse. Bis heute hat sie ihren unverkennbaren rauen Stil nicht geändert und spätestens bei dem punkigen „Bad Reputation“ fliegen die Haare der Zuhörer. Das aber ausgerechnet „I love Rock’n‘Roll“ der größte Hit von Joan Jett und The Blackhearts geworden ist, überrascht beim Hören der Rockhymne nicht, doch genau wie das nicht minder erfolgreiche „Crimson and Clover“ sind diese beiden wie der Löwenanteil der anderen Tracks leider nicht selbstkomponiert. Joan Jett komponierte meist mit ihrem Produzenten Kenny Laguna, der heute noch zum Ensemble der Blackhearts gehört. Auf der zweiten CD geht es musikalisch munter weiter: Niemand Geringerer als Bruce Springsteen komponierte für Joan Jett „Light of Day“, das unterstreicht den Stellenwert der Songwriterin Jett in der Musikwelt. Dieser Song besitzt den typischen Springsteen-Sound und nur Jetts energische Stimme erinnert an die eigentliche Interpretin, doch auch hier macht sie eine gute Figur.

Die recht frischen Tracks „Androgynous“ und „A.C.D.C.“ stammen aus dem Jahr 2006, vom erwähnten Longplayer „Sinner“, und „Androgynous“ klingt doch sehr sanft und fast schon entspannt, „A.C.D.C.“ knüpft dagegen an das vorherrschende Rockmusikmuster an, welches Joan Jett & The Blackhearts besonders bevorzugen: Gradliniger Hardrock mit soliden Punkwurzeln, der von der eindringlichen Stimme der Sängerin dominiert und geführt wird, waren und sind das Markenzeichen von Joan Jett. Wer Joan Jett bisher für ein „One Hit“-Wonder gehalten hat, sollte diese Werkschau kaufen, denn nach dem Hören der 21 Tracks offenbart sich die geballte Ladung Rock’n‘Roll der Protagonistin, der sogar vom berühmten Gitarrenbauer Gibson ein Signaturmodell ihrer Gitarre gewidmet wurde. Sicherlich klingt diese Art Rockmusik heute etwas altmodisch, aber an Frische und Power haben diese Songs trotzdem nichts verloren. In Zeiten von künstlicher Computermusik vermisst man diese geradlinige handgemachte Spielweise manchmal schmerzlich.

Anspieltipps:

  • Cherry Bomb
  • I Love Rock 'n' Roll
  • Crimson and Clover
  • Light of Day

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