John Mellencamp - No Better Than This - Cover
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John Mellencamp No Better Than This


  • Label: Rounder/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Völlig unaufgeregt spielt Mellencamp seine minimalistischen Lieder, die wie aus einer anderen Zeit klingen und den Anspruch eines altersweisen Spätwerks erheben.

Dass so mancher Zeitgenosse, ob Künstler oder nicht, im Alter etwas wunderlich wird, ist bewiesen. So weit möchte man bei dem stark auf die Sechzig zugehenden John Mellencamp zwar (noch) nicht gehen, aber die Grundidee zu seinem neuen Album „No Better Than This“ mutet schon etwas kauzig an. So nahm John Mellencamp während einer gemeinsamen Tournee mit Bob Dylan und Willie Nelson ein Bündel Songs mit, an denen er auf den verschiedenen Tourstationen an für ihn speziellen Orten wie die Sun Studios in Memphis, Tennessee, im Zimmer 414 im Gunter Hotel in San Antonio oder in der First African Baptist Church in Savannah, Georgia arbeitete.

Seine Tourband hatte er stets dabei und als Produzent bot sich T Bone Burnett (Jakob Dylan, Natalie Merchant, Robert Plant) an. 13 Songs schafften es auf das Album, das stilecht in Mono (!) aufgenommen wurde und mit einer Mischung aus Blues, Country, R&B und Folk im stark reduzierten Songwriterstil nahtlos an Mellencamps vorherige Werke anknüpft. Entsprechend rumpelt und knarzt es aus gleich vier Gitarren (Marc Ribot, Andy York, T Bone Burnett, John Mellencamp) und der Rhythmusabteilung um Jay Bellerose (Drums) und David Roe (Bass).

Mellencamp gibt den politischen Storyteller mit rauer Stimme, der sich mit den geschichtsträchtigen Aufnahmeorten, an denen schon Howlin Wolf, Elvis Presley und Robert Johnson ihre Platten aufnahmen, einen Herzenswunsch erfüllt hat. Mit seinem 25. Album muss Mellencamp niemanden mehr etwas beweisen – und das hört man auch. Völlig unaufgeregt spielt er seine minimalistischen Lieder, die wie aus einer anderen Zeit klingen und den Anspruch eines altersweisen Spätwerks erheben. In die Regionen eines Springsteen oder Dylan gelangt Mellencamp damit freilich nicht, doch anstatt auf wilder Rocker wie in der 80er Jahren zu machen, tut er „im Alter“ genau das richtige, indem er gut abgehangene Songwriterkost präsentiert, die ab und zu vielleicht etwas schräg anmutet, aber grundsätzlich viel Charme besitzt und seinen Status als Musiker in den USA unterstreicht.

Anspieltipps:

  • A graceful fall
  • Right behind me
  • Coming down the road
  • Save some time to dream

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