The Toten Crackhuren Im Kofferraum - Jung, Talentlos & Gecastet - Cover
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The Toten Crackhuren Im Kofferraum Jung, Talentlos & Gecastet


  • Label: Beat The Rich!/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Erstaunlich ist, mit welcher Selbstverständlichkeit die junge Truppe aus Berlin Schwachsinn unters Volk bringt.

Nonsense is not dead! Es braucht keine zwei Minuten, um diese Maxime wieder in den deutschen Musikalltag zu rufen. The T.C.H.I.K. (die toten Crackhuren im Kofferraum) mit ihrem Album „Jung, Talentlos & Gecastet“ strotzen vor Schmerzfreiheit. Da wird die Liebe zum Pony in einer platten Art zum Besten gegeben, wobei anstatt Kuschelpop auf Elektronik gesetzt wird, die wohl berechtigt als Deichkind-Light definiert werden kann. Auch der inflationäre Einsatz des Wortes Hure in „Crackhurentanz“ ist in einer Form bescheuert, wie man es sonst von den Deichkindern aus dem Norden kennt. Die Mädels hier sind allerdings aus Berlin, womit aber auch schon der einzig wahre Unterschied aufgezählt ist.

Flow und gekonnten Aufbau sucht man vergebens. Hier geht es um den Ausdruck von Themen, die der jungen Generation ins Gesicht brüllen und allein mit ihrer Aktualität ins Gesicht schlagen. „Nur weil bei Myspace jemand online ist, ist das noch lange keine Party!“, wird da geschrien und auch wenn es keine neue Erkenntnis ist, sieht man die Leute schon jetzt zu diesen Worten feiern. Die Tracks verraten ihr Potenzial zumeist im Titel. „Wir hassen Sport“ kritisiert die faule Generation und dass es doch Schönheits-OPs und viel angenehmere Dinge wie Shoppen gibt. Auch wenn es bei The T.C.H.I.K. leichter fällt Sozialkritik auszumachen als bei den erfolgreichen Jungs von Deichkind, ist die Musik hier schwerer zu ertragen. Hier sind keine Melodien, die umhauen, sondern einfach nur beatlastige Soundcollagen, die zum Kopfnicken einladen.

Erstaunlich ist, mit welcher Selbstverständlichkeit die junge Truppe aus Berlin Schwachsinn unters Volk bringt und wenn es nicht schon den einen oder anderen Musiker dieses Kalibers gäbe, müsste man sich ernsthafte Sorgen um die Hauptstadt-Combo machen. So bleibt anzuerkennen, wie lückenlos sich die Debütantinnen ins Gefüge Deutschlands Neo-Nonsens-Szene einfügen. Auf Dauer wird es jedoch nicht reichen, Blödsinn allein zu präsentieren. Es werden sich immer Hörer finden, die zu den einfachen Beats und den seichten Parolen die Köpfe nicken und einige werden diese Art von Kritik auch ins Herz schließen, aber das Projekt verliert sich nach diesem wütenden Debüt in Bedeutungslosigkeit, wenn immer nur auf der Nachmittagsfernsehen-Generation herumgeritten wird.

Anspieltipps:

  • Wir Hassen Sport
  • Amt
  • Spaß Muss Sein

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