Rick Ross - Teflon Don - Cover
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Rick Ross Teflon Don


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Rapper William „Rick Ro$$” Roberts (34) gehört in den Vereinigten Staaten seit Jahren zu den absoluten Schwergewichten seiner Zunft, obwohl er in den heimischen Single-Charts bis dato keine große Rolle spielte. Dabei holte seine 2006er Solodebütsingle „Hustlin“ immerhin eine Platin-Auszeichnung, was allerdings nichts an der Tatsache ändert, dass dem P.-Diddy-Protegé Hitparadenregionen im Top-10-Bereich bisher verwehrt geblieben sind.

Anders sieht es dagegen im Longplay-Segment aus. Die bisherige drei Studioalben von Herrn Ro$$ landeten allesamt auf Platz eins der Billboard Charts, sodass es in keiner Weise verwunderlich ist, dass der 34-Jährige auf Album Nummer vier – „Teflon Don“ – eine stattliche Gästeliste vorweisen kann. Der Mann, der den lässigen Dirty-South-Style mit der lyrischen Härte des Eastcoast-Rap verbindet, wird trotz diverser Beef-Eskapaden in der Szene geschätzt. Und so stiegen zusammen mit dem bulligen Maybach-Faher u.a. Kollegen wie Jay-Z, Raphael Saadiq, Drake, Ne-Yo, Cee-Lo, Kanye West, Jadakiss, Erykah Badu und P. Diddy in den Ring, um gemeinsam den vierten Album-Streich des Kolosses zu stemmen.

Trotzdem lässt Rick Ro$$ gleich im Opener verlauten „I’m not a star“ und garniert die Feststellung mit dicken Beats, die jeder Autostereoanlage das Maximum abverlangen. Dieses und die anderen Beat-Geschosse auf „Teflon Don“ gehen auf die Kappe von Produzenten wie Boi-1da, J.U.S.T.I.C.E. League, The Runners, Clark Kent und No I.D., die leider das Kunststück hinbekommen, dass die illustre Gästeschar im Soundmix mehr oder weniger untergeht. Das muss man angesichts dieser markanten Stimmen (Jay-Z, Ne-Yo, etc.) erst mal schaffen. Was für eine Schande!

Aber das ist nicht das einzige Problem von „Teflon Don“. Denn Rick Ro$$ gibt sich als selbstgefälliger Rap-Crooner und altmodischer Geschichtenerzähler, der auffällig gerne in R&B-Gefilden vorbeischaut und/oder Old-School-Stilelemente zitiert. Damit ist es auf Dauer leider nicht möglich, ein durchgehend spannendes Stück Musik abzuliefern. Dabei weiß man doch, dass die Geschichten von den „Real Niggers“ inzwischen so einen Bart haben. Aber nicht bei Rick Ro$$. Er gehört zu den Rappern, die über die Länge eines kompletten Albums von ihrem angeblichen Reichtum schwadronieren und diesen, ähem, Mist wahlweise „Maybach Music“ bzw. „Aston Martin Music“ nennen. Das kann man weder ernst nehmen noch als humorvoll bezeichnen. Fazit: Die Rap-Party anno 2010 spielt definitiv nicht im Hause Ro$$.

Anspieltipps:

  • MC Hammer
  • I’m not a star
  • Aston Martin music

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