Psychopunch - The Last Goodbye - Cover
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Psychopunch The Last Goodbye


  • Label: Silverdust/SOULFOOD
  • Laufzeit: 37 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt Spaß-Bands, also Gruppen, die auftreten und den Fans eine Riesenfreude bereiten, ohne super Musik abzuliefern, sich über die Jahre zu entwickeln oder sonst irgendwie für großes künstlerisches Aufsehen zu sorgen. Sie sind einfach da, sind coole Typen und machen Musik, die nicht schlecht ist. Es ist ein wenig wie mit der Band aus den Mitschülern und Freunden aus der Schulzeit. Man feiert bis zum Morgengrauen und dabei mehr sich selbst und die Interpreten als ihre Musik. Zu dieser Art von Truppe kann man wohl auch Psychopunch rechnen. Die Schweden hauen erbarmungslos in die Saiten, schaffen von Mal zu Mal eine Mischung aus Rock’n‘Roll und Punk, der sich wie ein Klon des vorangegangenen Tracks anhört und somit verboten geradlinig auf einem Level bleibt.

Dieses Konzept geht live auch immer wieder auf: Krachender Sound, zu dem gesprungen und geschrieen wird, kurze Pause zum Bierchen heben und Haare aus dem Gesicht wischen, sowie den Schweiß tropfen zu lassen. Dieses simple Schema wird dem Hörer nie langweilig. Im Gegenteil kommt der Spaß von Pause zu Pause mehr zum Vorschein. Auf einem Album ist das schon etwas Anderes. In der Ruhe des eigenen Wohnzimmers oder auch der kleinen Party mit Freunden (oder auch der großen) setzen schnell Ermüdungsanzeichen ein, wenn immer wieder dieselben Strukturen auftauchen. Weder in Sachen Instrumenten, Gesang, Aufbau oder Stimmung ändert sich auf diesem Album etwas. Hier und da ein anderer Akkord, aber letztlich hört sich das Album spätestens nach dem fünften Track wie ein und dasselbe Lied im Remix an.

Gerade dieses fünfte Stück macht als einzige Ballade die Ausnahme des Albums und stellt auf eine weichere Schiene, die dann aber gleich wieder für Rockabilly, Punk und Rock der stringenten Sorte weichen muss. Eine Ballade ist auch schon genug bei einer Band wie Psychopunch, aber besser macht das den uninspirierten Hochglanz-Garagen-Rock der Skandinavier auch nicht. Kein einziges Lied tut sich ernsthaft hervor und will mehr, als nur eine durchschaubare Feier zu geben. Krach und Power sind zwar vorhanden, aber der Galopp auf diesem Gaul namens „The Last Goodbye“ wird durch Scheuklappen aufs geradeaus reiten beschränkt.

Anspieltipps:

  • The Way She’s Kissing
  • The Last Goodbye

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