Bruce Springsteen - The Collection 1973-84 - Cover
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Bruce Springsteen The Collection 1973-84


  • Label: Columia/Sony Music
  • Laufzeit: 300 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„The Collection 1973-84“ zeigt die Entwicklung von Bruce Springsteen als Texter und Songschreiber wunderbar auf.

Nachdem die beiden ersten Veröffentlichungen im Jahr 2010 aus der Sony-Music-Reihe „The Collection” Themen aus dem Popbereich behandelten (Whitney Houston und Kuschelsänger Eros Ramazzotti), sind nach Rage Against The Machine im Mai und jetzt ganz neu Bruce Springsteen wieder rockige Klänge an der Reihe. Noch einmal zur Info: Die Collection-Boxen stellen keine Hit-Zusammenstellungen dar, sondern die chronologische Aufarbeitung des Backkatalogs eines Künstlers in Form von Original Studioalben, die in Papphüllen in Miniatur-Vinyl-Optik daherkommen.

Im Prinzip also eine feine Sache, zumal neben dem Konzept auch der Preis stimmt. Da die Box-Sets im Schnitt aber „nur“ sechs CDs enthalten, kann das Oeuvre Springsteens freilich nicht in Gänze dargestellt werden. Aus diesem Grund erhielt die Box den Zusatz 1973-84, womit insgesamt sieben Studioalben abgedeckt werden und noch genügend Material für mindestens zwei Box-Sets vorhanden bleibt.

„The Collection 1973-84“ zeigt die Entwicklung von Bruce Springsteen als Texter und Songschreiber wunderbar auf. Die ersten beiden Studioalben, die im Abstand von nur acht Monaten erschienen – „Greetings From Asbury Park, N.J.“ (01/1973) und „The Wild, The Innocent And The E Street Shuffle” (09/1973) – litten noch etwas unter dem unheimlichen Mitteilungsbedürfnis des inzwischen 60-Jährigen. Was sich bis dato an Texten aufgestaut hatte, musste raus. Und Springsteen erwies sich schon früh als ein Songwriter, der in seinen Liedern Geschichten erzählt und dabei mitunter ziemlich weit ausholt. Wesentlich kompakter, aber mit einer mächtigen Wall of Sound ausgestattet, erschien zwei Jahre später das frühe Meisterwerk „Born To Run” (08/1975). Das von romantischer Sehnsucht und dem Drang aus dem normalen Leben zu entkommen geprägte Werk war Springsteens Geburt als Rockstar, die sich auf „Darkness On The Edge Of Town” (06/1978) fortsetzte und mit „The River” (10/1980) ihren vorläufigen Höhepunkt fand.

„The River” war ein opulentes Doppelalbum mit 20 Songs, die die gesamte Bandbreite von Bruce Springsteen als Songschreiber zeigten, was sich z.B. auch in seinem ersten großen Singlehit „Hungry heart“ widerspiegelte. „The River“ war für Springsteen das erste Nummer-1-Album in den amerikanischen Billboard Charts und jeder hätte vermutet, dass auch das nächste Werk an diesem opulenten Stil anknüpfen würde. Doch The Boss überraschte die Musikwelt, indem er mit „Nebraska” (09/1982) eine Platte auf den Markt brachte, die im Prinzip aus alleine in seinem Schlafzimmer eingespielten Demoaufnahmen bestand, die karger und düsterer (Das Thema Tod spielt eine große Rolle) nicht hätten sein können. Springsteen begleitet sich nur mit einer akustischen Gitarre und einer Mundharmonika und verzichtete auch auf seine E Street Band. Die geriet wiederum zwei Jahre später umso deutlicher in den Fokus. Denn mit „Born In The U.S.A.” (06/1984) lieferte The Boss eine erneute Kehrtwendung ab.

Auf dem siebten Studioalbum (aus dem rekordverdächtige sieben Singles ausgekoppelt wurden) lieferte Springsteen ein Dutzend knackige Rocksongs ab, mit denen er die Radiostationen auf der ganzen Welt knackte. Dabei wurde der Titeltrack sehr häufig als glorifizierende Hymne auf die USA missverstanden (der damalige US-Präsident Ronald Reagan wollte den Song sogar für einen Wahlkampf nutzen), obwohl das Lied sehr kritisch mit der Regierung und dem Thema Vietnamkrieg umging. „Born In The U.S.A.” ist Springsteens bis dato meistverkauftes Album. Es zementierte ihn endgültig in die Geschichtsbücher der Rockmusik, aus denen er nicht mehr wegzudenken ist, wie gewiss auch die zweite Collection-Box zeigen wird. Wann immer diese auch erscheinen mag.

Anspieltipps:

  • The river
  • Johnny 99
  • Glory days
  • Born to run
  • Atlantic City
  • Hungry heart
  • Thunder road
  • My hometown
  • Darlington County
  • The promised land
  • New York City serenade
  • Darkness on the edge of town
  • It’s hard to be a saint in the city

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