Apocalyptica - 7th Symphony - Cover
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Apocalyptica 7th Symphony


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die einzigartige Symbiose von klassischer Musik und Heavy Metal geht 2010 in die siebte Runde, deshalb auch „7th Symphony“. Apocalyptica melden sich nach über zwei Jahren zurück. Das seit 2003 von einem Schlagzeuger unterstütze Cellisten-Trio setzt am gleichen Punkt an wie das letzte Album „Worlds Collide“ (2007): Fünf Gäste, darunter viermal Gesang. Jedoch zählt die Tracklist nur noch zehn Songs. So liegt das Hauptaugenmerk ganz klar auf den bandexternen Beiträgen – ein Punkt, an dem sich die Geister der Fans ohnehin scheiden. Objektiv betrachtet kein Problem, eher eine Bereicherung, solange der instrumentale Anteil ohne Verstärkung von außen auch seine hohe Qualität behält. Doch da schwächeln die vier Finnen diesmal etwas, im Hinblick auf ihr vorangegangenes Werk.

„At The Gates Of Manala“ ist gleich das zweitlängste Stück der Platte. Die sieben Minuten Laufzeit lassen sich in drei Teile gliedern, wovon der erste etwas Spannung aufbaut, der zweite etwas flotter daherkommt und der dritte alles gemütlich ausklingen last. Doch einen Höhepunkt sucht man dabei vergebens. Man hätte ruhig gleich mit der Vorabsingle „End Of Me“ beginnen können. Hier liefert Gavin Rossdale immerhin einen Refrain, der im Ohr bleibt. Etwas irritiert fühlt man sich, als im Anschluss gleich der nächste Gastsänger sein Ständchen bringt, als würde man da gerade irgendeinen Sampler hören. Dafür ist „Not Strong Enough“ mit Shinedown-Sänger Brent Smith in jeder Hinsicht leidenschaftlicher als „End Of Me“ und hat sich damit seinen Platz auf dem Album wohlverdient.

Bei „2010“ liegt der Fokus auf dem Schlagzeug, denn an diesem gastiert kein geringerer als Dave Lombardo, der hauptberuflich die Schießbude bei Slayer bedient. Gund zur Freude in diesem Stück sind wider Erwarten nicht irre Trommelsoli, sondern eingängige Rhythmen, die es griffig, zugänglich und für energische Kopfbewegungen geeignet machen. Was in Form des zweiminütigen „Beautiful“ folgt, ist eher nur ein Zwischenspiel, jedoch eines von der Sorte, die nicht zum Überspringen verleitet. Die melancholische Ballade stellt eine besinnliche Pause dar und erinnert durch den Verzicht auf Drums erfreulicherweise an die alten Sachen der Band. Weiter geht es mit „Broken Pieces“, wo Lacey, die Frontnymphe bei Flyleaf, ihren markanten Gesang beisteuert. In irgendeiner Form denkwürdiger als Laceys Beiträge in ihrer eigenen Band ist der Song leider nicht.

„On The Rooftop With Quasimodo“ wartet mit ungewöhnlichen Klängen auf, vor allem die an Wahlgesang erinnernden Töne. Es erzeugt eine gewisse Atmosphäre, setzt sich aber nicht im Gehörgang fest. „Bring Them To Light“ ist das härteste Stück der Platte und eine Kollaboration mit dem Sänger der französischen Death-Metal-Band Gojira. Das geht nochmal ordentlich ab, bevor „7th Symphony“ mit den beiden letzten Titeln einen epischen Ausklang findet. Die ernste, meditative Ballade „Sacra“ geht in das überlange Schlusslicht „Rage Of Poseidon“ über, wo das finnische Quartett nochmal fast sein ganzes musikalisches Spektrum zur Schau stellt. Wohl das kraftvollste und überzeugendste Lied, an das nach über siebeneinhalb-minütiger Laufzeit noch eine Minute Stille angehängt wird, zur Reflexion über das soeben Gehörte.

Wäre „7th-Symphony“ das erste Album der Cello-Akrobaten, hätte man es hier mit einer kleinen Sensation zu tun. Da das Konzept aber nun schon einige Jahre auf dem Buckel hat, muss man damit schon härter ins Gericht gehen und anmerken, dass den meisten Songs sowie dem Gesamtbild diesmal einfach die gewissen Höhepunkte fehlen. Die vielen Gäste, die dem Album einen Mainstream-Anstrich verpassen, lenken einigermaßen gut davon ab. Apocalyptica waren schon deutlich knackiger, womit nicht die Leistung der Produzenten am Mischpult gemeint ist. Aber immerhin sind sie nach wie vor eine originelle Perle im tiefen Meer der Rockmusik.

Anspieltipps:

  • Not Strong Enough
  • 2010
  • Beautiful
  • Rage Of Poseidon

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