Tired Pony - The Place We Ran From - Cover
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Tired Pony The Place We Ran From


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
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Bei Tired Pony handelt es sich (mal wieder) um eine sogenannte Supergruppe, also den Zusammenschluss von Musikern bekannter Bands und/oder bereits etablierten Solokünstlern. Im vorliegenden Fall sind dies die Herren Gary Lightbody (Snow Patrol), Iain Archer, Troy Stewart, Peter Buck (R.E.M.), Scott McCaughey, Richard Colburn (Belle & Sebastian) sowie Jacknife Lee, Tom Smith (Editors), M. Ward und Zooey Deschanel (She & Him) – also ein Verbund aus Topstars und Musikern aus deren direktem Umfeld.

Keine Frage, dass sich das Publikum bei solchen Vereinigungen von Talent und Können in der Regel kleine Meisterwerke erhofft, auch wenn die Realität leider sehr häufig Gegenteiliges zum Ergebnis hatte. Auch „The Place We Ran From“ von Tired Pony könnte evtl. mit der Erwartungshaltung einiger Fans in Konflikt geraten, da der Initiator von Tired Pony – der Brite Gary Lightbody von Snow Patrol – auf seinem Quasi-Soloritt nicht den schwelgerischen Pop-Klängen seiner Hauptband frönt, sondern sich in den Bereichen Country/Folk/Americana austobt.

Ihm schwebte ein Album im Stil von Bands wie Wilco, Palace, Lambchop, Calexico und Smog vor, die in ihren Songs aus der Sicht des 34-Jährigen die dunkle Seite Amerikas beleuchten. Dahin wollte auch Lightbody, der sich um das Grundgerüst des Songwriting kümmerte und Jacknife Lee das Amt des Produzenten überließ. Aufgenommen wurde in einer knappen Woche im Januar 2010, live im Studio, wobei häufig nur zwei Takes notwendig waren, um die minimalistischen Stücke auf Band zu bringen.

Nichtsdestotrotz ist die kompositorische Handschrift Lightbodys hier und da deutlich herauszuhören („Dead american writers“), wenn in scheinbar schlichte Arrangements große Songwritergesten eingearbeitet werden, mit denen sich auch Popsongs der Marke Snow Patrol tränken lassen („Held in the arms of your words“). Spätestens dann sollten auch die Snow-Patrol-Fans erkennen, dass es nicht grundsätzlich einer bombastischen Produktion und dicker Radio-Puschen bedarf, um einem Lied Wirkung zu verleihen.

„The Place We Ran From“ ist ein angenehm ruhiges Album mit vielen schönen Momenten, feinen Melodien und jede Menge Musikern, die sich blind verstehen und dadurch mühelos zehn unaufgeregte Kleinode abliefern, die auch eingefleischte Snow-Patrol-Fans nicht kaltlassen sollten.

Anspieltipps:

  • Pieces
  • Dead american writers
  • Point me at lost islands
  • Held in the arms of your words

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