Queens Of The Stone Age - Rated R (Deluxe Edition) - Cover
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Queens Of The Stone Age Rated R (Deluxe Edition)


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 106 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Kyuss und Queens Of The Stone Age Bandgründer Joshua Homme (37) zählt seit Jahren zu den wohl gefragtesten Kollaborationspartner der Rockszene. Mal turnt er mit den Masters Of Reality herum oder hilft bei den Eagles Of Death Metal aus, dann bastelt er wieder an einer neuen Ausgabe seiner „Desert Sessions“ oder hilft in den Bands seiner Ehefrau Brody Dalle (The Distillers, Spinnerette) aus. Davon abgesehen ist er auch noch Mitglied der mächtig gehypten Supergruppe Them Crooked Vultures (mit Dave Grohl und John Paul Jones).

Kein Wunder, dass das letzte Lebenszeichen der Queens Of The Stonge Age – Hommes Hauptband – bei dem Haufen Arbeit inzwischen mehr als drei Jahre alt ist (das Album „Era Vulgaris“ erschien im Juni 2007). Für eine Plattenfirma bedeutet dies, dass dringend etwas getan werden muss, damit die Band bis zu einem neuen Studioalbum im Gespräch bleibt. Die Queens Of The Stonge Age touren derweil sporadisch, während Interscope Records das Majordebüt „Rated R” (06/2000) anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Platte als Deluxe Edition erneut auf den Markt bringt. Zusätzlich zum Originalalbum, das damals für vier Grammys nominiert war, ist eine Bonus-CD enthalten, auf der sechs Single-B-Seiten sowie ein Mitschnitt des Reading Festival Konzertes aus dem Sommer 2000 enthalten sind.

Aus dem einstigen blauen Cover ist für die Deluxe Edition ein rotes geworden. Doch dies ist mitnichten ein Stilbruch, denn schon die ursprüngliche Vinyl-Auflage hatte bereits dieses grelle Rot als Coverfarbe, das zudem viel aggressiver und angriffslustiger als das babyblaue CD-Cover wirkt und damit um einiges besser zu der Musik auf „Rated R“ passt. So startet das Album mit einem wüsten, aber eingängigen Rocksongs namens „Feel good hit of the summer“, der auf Textseite nur daraus besteht, die Wortkette „Nicotine, Valium, Vicodin, Marijuana, Ecstasy & Alcohol” zu wiederholen. Provokant? Na klar! Trotzdem cool? Aber sicher!

Mit dem tief in die Magengrube zielenden „The lost art of keeping a secret” folgt auch gleich der nächste Hit des Albums, der sich nur schwer einordnen lässt und so etwas wie Doom-Pop (?!) darstellt. Danach wird es dann etwas wild. „Auto pilot“ wird von herrlich schiefen Gitarrentönen geleitet, während „Better living through chemistry“ als improvisiertes Stoner-Rock-Epos durch die Lautsprecher mäandert und „Monsters in the parasol“ als treibende Dampflok Tempo macht. Man merkt, dass das Thermometer langsam steigt und dass gewisse Substanzen bei den „Rated R“-Aufnahmen im Gespiel sein müssen, so hitzig und abgedreht bollern „Quick and to the pointless“ und „Tension head“ drauflos, bis im finalen „I think I lost my headtache“ anch diversen Breaks und Tempoverschleppungen auch noch Blasinstrumente zum Einsatz kommen. Schon da war regelrecht zu spüren, dass die Band nicht weit von ihrem künstlerischen Höhepunkt entfernt war, der zwei Jahre später mit „Songs For The Deaf“ folgen sollte.

Bis es den nächsten (hoffentlich meisterlichen) QOTSA-Streich auf die Ohren gibt, kann sich der geneigte Hörer mit der Bonus-CD von „Rated R“ befassen, die zum einen ein sehr ordentliches Konzerterlebnis bietet und endlich die diversen Bonus Tracks und B-Seiten der „Rated R“-Ära bündelt. Kurzum: Eine feine Sache.

Anspieltipps:

  • In the fade
  • Tension head
  • Monsters in the parasol
  • Feel good hit of the summer
  • The lost art of keeping a secret

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