Hellsongs - Minor Misdemeanors - Cover
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Hellsongs Minor Misdemeanors


  • Label: Tapete/INDIGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„Minor Misdemeanors“ – kleine Vergehen begeht das quirlige schwedische Trio von Hellssongs, das besagt zumindest der Titel, auf ihrem zweiten Album. Siri Bergnéhr (Gesang), Johan Bringhed (Piano) und Kalle Karlsson (Gitarre) schnappen sich nämlich Klassiker – bevorzugt aus dem Metalbereich – und schreiben sie in kleine Lagerfeuer-Akustiknummern um. „Was ist denn verboten daran, alten Helden Tribut zu zollen?“ fragt der Waschzettel. Natürlich gar nichts, solange den Coverversionen denn genug Kreativität und Individualität mit auf dem Weg gegeben werden. Das Nachspielen von bereits existentem Material gleich zum Konzept einer Band zu erheben ist in dieser Hinsicht natürlich etwas gewagt. Hellsongs begegnen diesen Vorurteilen mit einem Lächeln im Gesicht und einer Handvoll Songs, die ihre wahre Herkunft in der Tat nicht auf den ersten Blick preisgeben.

Wer könnte bei einem Blindtest schon augenblicklich sagen, dass hier eine Coverversion von Guns N' Roses Klassiker „Welcome To The Jungle” vorliegt? So ist man von der ungezwungenen Natürlichkeit der Lieder auf „Minor Misdemeanors“ zunächst einmal überrascht. Hellsongs bedienen sich desweiteren z.B. bei Slayer („Skeletons Of Society”), Alice Cooper („School's Out”) oder AC/DC („Sin City”). Mit „Rubicon Crossings” ist diesmal sogar ein eigens komponiertes Stück dabei, welches sich durch seine melancholische Stimmung von den ansonsten fast durchgängig heiteren Liedern, die nahezu ohne Rhythmusinstrumente auskommen, abhebt.

„Minor Misdemeanors ist – wie der Name schon sagt – unschuldig und vor allen Dingen harmlos. So harmlos, dass man sich schon fast wieder darüber aufregen könnte und aufgrund des eingeschränkten Instrumentarium auch nicht besonders abwechslungsreich ist. Wer also Lust auf ein paar „nette“ Akustik-Cover Songs hat, kann mit den lieblichen Melodien von Hellsongs zu „I Wanna Be Somebody“ schunkeln, sich an dem schmissigen Bläsereinsatz von „School's Out“ beziehungsweise den schmachtenden Streichern von „Skeletons Of Society“ erfreuen oder ein wenig träumen, wenn etwas melancholischere Klänge zum Zuge kommen („Rubicon Crossings“). Dauerhaft glücklich wird man damit aber auf keinen Fall: „Minor Misdemeanors“ macht vorrangig Spaß, aber das Vergnügen hat eine eher geringe Halbwertszeit.

Anspieltipps:

  • Skeletons Of Society
  • I Wanna Be Somebody
  • Rubicon Crossings

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