David Gray - Foundling - Cover
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David Gray Foundling


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 68 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die starke Stimme ist nicht alles, aber die reduzierten und melancholischen Arrangements passen einfach sehr gut dazu.

2006 durfte der britische Musiker David Gray sogar bei Rock am Ring auf der Alternative-Stage zusammen mit Größen wie Keane, Morrissey, Jamiroquai und Paul Weller performen, doch auch mit diesem neunten Silberling wartet er zumindest in Deutschland noch auf den wirklichen Durchbruch. In seiner Heimat gehen seine Alben oft platinveredelt ihrer Wege und sogar im harten amerikanischen Markt konnte er Erfolge verzeichnen. Vielleicht liegt es an der ruhigen musikalischen Grundausrichtung, die er bevorzugt. Er mischt seinen melodiösen Folk-Pop sonst mit leicht rockigen Tönen und im Fall von dieser neuen Scheibe sehr sanften Klängen, die er alle allein komponierte und mit seiner Studioband einspielte. Dass neben elf brandneuen Songs noch eine Bonus-CD dazukam, war wohl eher zufällig: Die Bonus-CD enthält Tracks vom letztjährigen „Draw the line“-Output, was weitere neun unveröffentlichte Werke bedeutet.

„Forgetting“ fast nur mit Piano oder „The Old Chair“ als hochemotionale Balladen, leicht countryeske Songs wie „In God’s Name“ und der nicht nur hier stimmlich irgendwie an Springsteen erinnernde Song „Dave Jones' Locker“ geben die Vielfalt wieder, die David Gray locker beherrscht. Die erwähnte Bonus-CD entpuppt sich als Fortsetzung des sachten Musikstils, erstaunlicherweise wird übrigens die einzige etwas schnellere Nummer namens „A Moment Changes Everything“ als Single ausgewählt, die eben den 2009-Aufnahmesessions des letzten Longplayers entspringt. Dabei gefallen die sanften Tracks mit ihrer berührenden Art doch noch mehr.

Die eindringliche etwas angeraute Stimme besitzt den Wiedererkennungswert, den man braucht, um sich von der Masse abzuheben. Zudem fallen Grays Kompositionen durch feine Strukturen auf, die sich beim Hören stark entwickeln, kurz gesagt sie nehmen einen ganz sachte gefangen. Die Werke scheinen geradezu prädestiniert für gemütliche und nachdenkliche Stunden und man möchte man keines der Stücke missen. Neben dem Titelstück gibt es zwar nicht viele herausragende Songs, doch die gesamte Atmosphäre gefällt: Die starke Stimme ist nicht alles, aber die reduzierten und melancholischen Arrangements passen einfach sehr gut dazu.

Anspieltipps:

  • Foundling
  • Dave Jones' Locker
  • Forgetting
  • In God’s Name

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