The Happy End - Echoes Of Jericho - Cover
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The Happy End Echoes Of Jericho


  • Label: Festplatten/CARGO
  • Laufzeit: 57 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Forster (Gesang, Gitarre), Teichmann (Gitarre), Pollach (Gitarre, Omnichord), Hudl (Synthesizer), Suttner (Bass) und Wypior (Schlagzeug) sind The Happy End oder auch nicht. Das Debüt „Echoes of Jericho“ ist nur eine Bestandsaufnahme vom Hier und Jetzt, der alltägliche Wahnsinn der sechs Herrschaften auf CD gepresst. Nächstes Jahr könnte vielleicht wieder alles vorbei sein, jeder bei einer anderen Band unterkommen, Musik machen, faulenzen, bei McDonalds arbeiten, sich die Zeit mit Videospielen vertreiben. The Happy End haben keinen roten Faden, dem sie folgen wollen, alles was geschieht passiert einfach. Einfach, wenn die Herkunft aus „edlen Familien aus der Oberpfalz“ dem Müßiggang freien Lauf lässt und Erfolg praktisch keine Rolle spielt.

„Echoes of Jericho“ spiegelt diesen kontrolliert leichtsinnigen Wahnsinn wieder, schwebt meistens minutenlang durch den Raum, bleibt nicht hängen, weil nichts hängen bleiben soll. Hey, diese Jungs machen schließlich worauf sie gerade Bock haben und der Bock besteht zur Zeit aus psychedelischen Klangflächen vermischt mit laienhaftem Herumgeplänkel, luftigen Arrangements und absturzgefährdeten Zitaten der Flaming Lips, The Verve, Stone Roses, Sonic Youth, Velvet Underground, The Mars Volta und The Dandy Warhols. Zwischendurch eine Umarmung, ein versöhnlicher Moment oder ziellose Gitarren-Synthesizer-Was-auch-immer-Feedbacks wie in „Merry oger“, „Semen of the Zen“ oder „Destroy your brilliant career“.

The Happy End warten nicht auf ein glückliches Ende, sie machen Musik. Mit psychedelischem Postrock („Polarbear“), bekifftem Rock der Marke The Dandy Warhols („Black cancer“, „Good times“), elendslangen Schwurbelpassagen, Synthesizerverzerrungen und Gitarrengeschrammel in ausgedehnten Longtracks, die fast zehn Minuten lang auf Erlösung warten („All different drugs“, „Turn the sun down“) und elektronisch verfremdeten Melodien und Harmonien („Golden“, „At least“) wird den Idolen gehuldigt und Papa und Mama stolz gemacht. Irgendwann sind sie dann sicherlich angekommen in der Welt von Struktur und Ordnung und schreiben dann womöglich Songs, die von eben jener handeln. Bis dahin: Viel Spaß bei der Persönlichkeits- bzw. Identitätsfindung!

Anspieltipps:

  • Golden
  • Polarbear

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