BBQ - Großstadtcowboys - Cover
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BBQ Großstadtcowboys


  • Label: Koch Music/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das musikalische Ärgernis der Woche kommt aus Deutschland, hört auf den Namen BBQ (gesprochen „Barbecue“) und spielt seines Namens entsprechend deutschsprachigen Country-Pop, der sich bei genauerem Hinhören als äußerst fiese Schlagermusik entpuppt, die mit schmierigsten Mitteln auf Erfolg hofft. Ganz davon abgesehen erscheint es so, als hätte das Trio mal eben das Konzept von Oli Dittrichs Band Texas Lightning für sich „entdeckt“.

Drahtzieher dieser vor Innovation und Charme nur so sprühenden Weltidee sind die Berliner „Großstadtcowboys“ Christoph, Mitch und Marcel, die sich an altem und neuen deutschem Liedgut vergreifen, das in der Abteilung Festzeltbeschallung grundsätzlich ganz vorne mit dabei ist. Sonnenklar, dass sich die Drei im Booklet ihres Debütalbums darüber freuen: „Jeder Song ein Hit“. Aber mit welchen Mitteln, muss man sich fragen?

Alles, was aus der Schlagerbranche bei Drei nicht auf dem Baum war, hat es getroffen. Dazu kommen ein paar aktuelle Ohrwürmer (sic!) und fertig ist ein debiler Gute-Laune-Brei für den ZDF Fernsehgarten, der sich im Detail wie folgt ließt: „Verdammt ich lieb dich“ (Matthias Reim), „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“ (Rudi Carrell), „Das geht ab“ (Die Atzen), „54, 74, 90, 2010“ (Sportfreunde Stiller), „Ein Stern (der deinen Namen trägt)“ (Nik P.), „Hamma!“ (Culcha Candela), „Sie liebt den DJ“ (Michael Wendler), „Haus am See“ (Peter Fox) und – man glaubt es kaum! – auch noch „Durch den Monsun“ (Tokio Hotel). Was für ein Horrorkabinett!

Damit wir uns nicht falsch verstehen. Lieder wie Carrells „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“ haben durchaus Kultcharakter und BBQ präsentieren die Songs musikalisch einwandfrei. Trotzdem: Die Art der Umsetzung ist Schmierentheater auf übelstem Niveau! Und das Schlimmste daran: Wenn dieser Mist Erfolg haben sollte, was sich im WM-Taumel befindlichen Deutschland nicht ausschließen lässt, sind Fortsetzungen keine Grenzen gesetzt. Denn dieses Konzept lässt sich leichter fortführen als die Hitschmiede Dieter Bohlens. Man ahnt, was da auf einen zukommen könnte: Jedes Jahr ein neues Album mit deutschen Schlagern im Country-Pop-Gewand. Heilige Scheiße!

Anspieltipps:

  • Haus am See
  • Verdammt ich lieb dich
  • Wann wird’s mal wieder richtig Sommer

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