End Of Green - High Hopes In Low Places - Cover
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End Of Green High Hopes In Low Places


  • Label: Silverdust/SOULFOOD
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Musikalische Abwechslung und wachsende Eingängigkeit scheinen heuer das Motto zu sein.

Die Band Unheilig stellt einen neuen Rekord auf: „Große Freiheit“ tummelt sich nun schon seit 15 Wochen auf der Nummer eins der Albumcharts, was doch ein wenig verwundert, denn Gothic Rock war nie ein massenkompatibles Genre. Der Graf hat aber die Popmusik entdeckt und vermischt so beide Genres inklusive gar nicht morbider Texte so gekonnt, dass eine breite Fanschar angesprochen wurde. Vor zwei Jahren dagegen waren den Gothic-Rockern von End Of Green mit ihrem Album „The Sick´s Sense“ schon froh, den 21. Platz in den deutschen Albumcharts zu erreichen.

Das nun vorliegende siebte Album der in Stuttgart entstandenen Band verändert das harte Konzept ein wenig, in dem zugunsten von noch mehr Düsternis und Emotion die Härte etwas herausgenommen wird. Die Gitarren- und Schlagzeugfraktion bestimmt dennoch die Melodien und der herausragende Sänger Michelle Darkness bringt seine variantenreiche Stimme ins Spiel. Dabei wird aber im Gegensatz zur letzten CD nicht geschrieen oder allzu heftig geshoutet, sondern kräftig und gut gesungen.

„Blackened Eyes“ beginnt mit typischem End-Of-Green-Sound: Auffällige Gitarren, etwas schleppender Vortrag und eindrucksvolle dunkle und kraftvolle stimmliche Performance sind die Zutaten, die die Düster-Rocker gern verwenden. „Godnight Insomnia“ gibt dann mehr Gas und das sehr tiefe „Yeah, Yeah“ im Background brennt sich ins Gedächtnis ein. Von dieser rockigen Gangart und diesem Ohrwurmfaktor haben die Musiker aber noch ein paar Exemplare zu bieten, doch scheint „Godnight Insomnia“ doch sehr als Single geeignet und ragt heraus.

Musikalische Abwechslung und wachsende Eingängigkeit scheinen das Motto zu sein: Das an Sisters Of Mercy erinnernde „Under The Sway“, welches durch treibenden Gitarrenrhythmus und die so schön dunkle Stimmfarbe von Michael Huber, so heißt Michelle Darkness im richtigen Leben, getragen wird, gefällt ebenso wie die düsteren „Carpathian Gravedancer“ und „Tie Me A Rope... While You´re Calling My Name“, die die emotionale Verzweiflung, die sie ausdrücken sollen, mit melodiösem und äußerst dunklen Vortrag kombinieren. „Slaves“ klingt dagegen mit seinem druckvollem Gitarrensound fast schon fröhlich und positiv. „An Awful Day“ und „Savior“ bleiben auf der tieftraurigen Ebene und können einen stimmungsmäßig ganz schön herunterziehen.

Eine waschechte fast schon sanfte Ballade präsentieren End of Green zum Schluss: „Starlight“ beweist noch einmal die stimmlichen Qualitäten des Frontmannes, der wirklich den Qualitätsunterschied zu anderen Bands markiert. Die Fans, die eher die Härte bevorzugen, werden vielleicht zunächst etwas stutzen, doch sollten sie die etwas gemäßigte Rockvariante dieser CD trotzdem antesten.

Die Wurzeln bleiben weiterhin schwarz: Gothic Rock ist und bleibt die Genre-Einteilung, aber es ist erstaunlich was die Band daraus abwechslungsreiches macht. Mit dem guten Sänger könnte es sogar gelingen, im Fahrwasser des dunklen Grafen noch weitere Fans zu gewinnen. End Of Green setzen auf jeden Fall einen Platte mit viel Qualität in die Welt, die das Genre bereichert, denn mit jedem Hören kristallisiert sich ein neuer Lieblingssong heraus.

Anspieltipps:

  • Goodnight Insomnia
  • Tie Me A Rope ... While You´re Calling My Name
  • Starlight
  • High Hopes In Low Places

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