Wavves - King Of The Beach - Cover
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Wavves King Of The Beach


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Surf-Punk mit ordentlich Pop der gehypeten Sorte. Nathan Williams drittes Album in ebensoviel Jahren geht nun aber professionellere Wege. Als 2008 das am Laptop selbst zusammengebastelte Debüt von Williams vor allem bei Pitchfork für Insider-Aufsehen sorgte, war er mal wieder da, der schnelle Held, der jung, unbekümmert und mit Do It Yourself-Attitüde ordentlich Krach losbrach und ebenso schnell herhalten musste für eine kleine Bewegung und ergo dem schlimmen Prädikat „voice of a generation“.

Ja, in Kalifornien gibt es gerade eine veritable Renaissance des Surf-Rock, meist mit viel fuzzigen Anleihen aus Noise und Punk, aber immer mit schmalzig viel Melodie-Pop der Underground-Club-unpassenden Sorte. Die Band seiner Freundin Bethany Cosentino (Best Coast) ist da nur ein Beispiel von vielen. Trotzdem ist der naiv dahingeworfene Rock mit seinen Lo-Fi-Sound, übersteuerten Feedbacks und schrammeligen Akkorden weit weg von einem tatsächlich repräsentablen Klang einer homogenen neuen und jungen Bewegung. Regional-Kolorit gibt es auch in moderner Popmusik trotz oder gerade wegen globalisierter Allgegenwart.

Kurz und gut: Wavves ist ganz nette Musik, sicher aber nicht der nächste große Jugend-Wurf auf den der Zirkus nach The XX zu lechzen scheint. Nun, mit 24, geht Williams das erste Mal in ein richtiges Studio, auch noch mit einem richtigen Produzenten an der Hand, und das Ergebnis ist natürlich um einiges klarer, strukturierter und sukzessive weniger krachig als seine Vorgänger. Die Ideenpalette freilich, die ist beeindruckend und kreativ, doch insgesamt vermag es „King Of The Beach“ nicht die vielen kleinen guten Ideen, oft im Songaufbau versteckt, zu einem geschlossenen Aufmerksamkeit abverlangenden Album zu vereinen. Nicht nur der textliche Nihilismus, auch der ein oder andere Song selbst löst manchmal Belanglosigkeit und Unkonzentriertheit aus. Musik bei der man sich ertappt minutenlang problemlos weggehört zu haben, wird auf Dauer dann doch aussortiert, gute Ideen hin oder her.

Anspieltipps:

  • Take On The World
  • Post Acid
  • Mickey Mouse

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