Brandon Flowers - Flamingo - Cover
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Brandon Flowers Flamingo


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit maximal zwei leichten Durchhängern, legt Brandon Flowers ein unglaublich ausgereiftes Werk vor.

Die Band The Killers zählt mit mehr als 13 Millionen verkauften CDs ihrer bisherigen drei Studioalben, einer Raritäten- und einer Live-CD zu den wenigen aktuellen Top-Sellern in der Pop- und Rock-Sparte. Dass seit dem ersten Album und der bis dato letzten Veröffentlichung lediglich sechs Jährchen vergangen sind, zeigt, wie schnelllebig die heutige Gesellschaft geworden ist. Nur wer das Eisen stetig schmiedet und regelmäßig Aufsehen erregendes Material vorlegt, hat kommerziell eine Chance.

Wie gut, dass Killers-Frontmann Brandon Flowers (29) die angekündigte Bandpause dazu nutzt, seine Solokarriere voranzutreiben, indem er sein Debütwerk „Flamingo“ veröffentlicht, an dem er mit drei total unterschiedlichen Top-Produzenten gearbeitet hat. Denn, so Brandon Flowers, was der eine nicht hat oder nicht mag, bringt der andere in die Entstehung des Album ein. Und so tummelten sich mit Brendan O’Brien (Bruce Springsteen, Perl Jam, Mastodon), Daniel Lanois (U2, Bob Dylan, Scott Weiland) und Stuart Price (Madonna, Depeche Mode, Britney Spears) drei Leute im Studio, die in ihrer Arbeitsweise nicht unterschiedlicher hätten sein können und trotzdem für ein ausgewogenes Ergebnis wie aus einem Guss sorgten, da sie auch im Team an einzelnen Songs arbeiteten. Das ist neu, aber in Sachen „Flamingo“ wohl auch das Erfolgsrezept.

Brandon Flowers ist ohne Frage ein komischer Kauz. Auf der einen Seite wirkt er schüchtern und zurückhaltend, doch wenn es um seine Musik geht, ist der 29-Jährige von starkem Selbstvertrauen geprägt, das ab und an größenwahnsinnige Züge annimmt. Flowers liebt die großen Gesten in seinen Songs, wie so manche Killers-Melodie in den vergangenen Jahren eindrucksvoll belegte – und wie nun auch sein Solodebüt zeigt. Schon der bombastige Opener „Welcome to fabulous Las Vegas” kündigt an, was den Hörer in den nächsten Minuten erwartet: Perfekte Popsongs mit Melodien aus der Doppel-Rahmstufen-Abteilung und Arrangements, die dem Einsatz drei verschiedener Produzenten ohne Widerspruch recht geben.

Bei aller Perfektion klingen die Stücke nicht wie am Reißbrett entworfen, wo am Ende nur noch der „richtige“ Produzent ins Boot geholt werden muss. Denn auch wenn in einzelnen Fällen wie auf Anhieb vermutet der übliche Verdächtige zuständig war, sprich ein Stuart Price für das Synthesizer-lastige „Swallow it“ oder Brendan O’Brien für das Songwriter-Element in „Magdalena“, ergibt „Flamingo“ eine in sich geschlossene, runde Sache. Dabei setzt Flowers auf das große Spektakel und die Stadiontauglichkeit seiner Songs. So spürt man bei einem in seinen Basics eigentlich sehr reduzierten Song wie „Playing with fire“ sofort die Handschrift von Daniel Lanois, der auch Herrn Flowers diesen gewissen U2-Glanz verschafft, der sowohl im kleinen Rahmen als auch in den Arenen dieser Welt funktioniert.

Mit maximal zwei leichten Durchhängern, die aber durch wunderbare Songs wie „Only the young“, „Jilted lovers & broken hearts“ oder „Hard enough“ (ein Duett mit Jenny Lewis von Rilo Kiley) ausgeglichen werden, legt Brandon Flowers ein unglaublich ausgereiftes Werk vor, mit dem er sich verdient in der Top-Liga der Pop-Songwriter etabliert.

Anspieltipps:

  • Crossfire
  • Magdalena
  • Hard enough
  • Jilted lovers & broken hearts
  • Welcome to fabulous Las Vegas

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