Accept - Blood Of The Nations - Cover
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Accept Blood Of The Nations


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 53 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Accept im Jahr 2010 klingen genauso, wie Accept im Jahr 1983.

Deep Purple ohne Ian Gillan? Geht nicht. Metallica ohne James Hetfield? Geht nicht. The Mighty Iron Maiden ohne Bruce Dickinson? Geht gar nicht. Und was ist mit Accept? Geht Accept ohne Udo Dirkschneider am Mirko? Das war wohl die am meisten diskutierte Frage vor dem Release des ersten Albums seit 1996. Hier ist es also, „Blood Of The Nations“ heißt es, und Mark Tornillo (Ex-TT Quick) tritt erstmals in die übergroßen Fußstapfen von Deutschlands wohl stimmgewaltigstem Keif-Gnom. Das ist mutig und könnte gemessen an den Erwartungen gehörig nach hinten losgehen. Immerhin sind Accept nach den Scorpions wohl Deutschlands bedeutendste Heavy-Legende mit einem kaum zu leugnenden Einfluss auf weitaus jüngere Genre-Bands.

Dass der Plan aufgeht und „Blood Of The Nations“ in der Tat ein sehr ordentliches, wenn auch etwas altbacken klingendes Heavy-Metal-Album geworden ist, ist wohl das größte Kompliment, das man den alten Herren von Accept in dieser Situation machen kann. Denn im Prinzip gibt es den Fans genau das, was sie erwarten, was sie hören wollen und wofür die Band schon immer gestanden hat: harter, groovender, mitunter auch hymnischer Heavy Metal der alten Schule. So mutig die Idee auch ist, ein neues Accept-Album zu veröffentlichen, so sehr gehen die neuen Titel auf Nummer sicher. Hinter jeder Note scheint ein geflüstertes „lasst uns nur nicht zu viel wagen“ mitzuschwingen.

Denn Accept im Jahr 2010 klingen nun mal genauso, wie Accept im Jahr 1983: die Gitarren haben mächtig Feuer („Pandemic“, „Rolling Thunder“), die Drums treten kräftig in den Allerwertesten („Locked And Loaded“) und auch Mark Tornillo gibt eine sehr anständige Udo-Imitation ab. Wenn den Fans nicht beim Lesen dieser Zeilen schon Freudentränen in die Augen steigen, dann geschieht das spätestens beim Hören, von neuen Metal-Hymnen wie dem Opener „Beat The Bastards“, „New World Comin’“ oder dem Titeltrack „Blood Of The Nations“, die so gut sind, dass man sich tatsächlich zeitweise fragt, warum es so lange gedauert hat, wieder ein Lebenszeichen der Band auf Audio-CD zu bannen.

Doch natürlich ist „Blood Of The Nations“ auch eine Zeitblase: für 12 Songs fühlt man sich tatsächlich zurückversetzt in die Hochzeit des Heavy Metal und dann ist es, als sei seitdem nichts geschehen. Doch auch Zeitblasen platzen gelegentlich und dann kommen sie wieder, die alten Zweifel und die alten Fragen. Zum Beispiel die, ob Accept ohne Udo Dirkschneider überhaupt geht. Und mit einem befriedigten Lächeln kommt man zu der Erkenntnis: Geht nicht, gibt’s nicht.

Anspieltipps:

  • Beat The Bastards
  • Blood Of The Nations
  • New World Comin’

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