The Birthday Massacre - Pins And Needles - Cover
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The Birthday Massacre Pins And Needles


  • Label: Cellar Door/Alive
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Normalerweise ist der Käse schnell gegessen. Wenn sich eine Band in Synth-Rock hereinsteigert dass kein Song klimperfrei bleibt, hat man es mit einer Gothic-Band zu tun. Wenn dazu noch gruselige Albumcover und Liedtitel wie „Shallow Graves“ oder „In The Dark“ kommen, dann ist man eigentlich zweifelsfrei. Was Gothic-Rock jedoch auch gerne als Aushängeschild nutzt, ist es, die dunkle Stimmung in die Texte zu verpacken. Und genau hier widerspricht „The Birthday Massacre“ der Philosophie der Genre-Mitglieder. Sängerin Chibi zaubert mit den Gitarristen Rainbow und M. Falcore, sowie Schlagzeuger Rhim, Keyboarder Owen und Bassist O.E. Melodien, die neben einer rockigen Grundstimmung eher aufmunternd klingen. Hier ist mehr von einem Rock, wie ihn The Cure oft pflegten zu sprechen. Wir nennen es einfach weiterhin Gothic-Rock, denn die Synthesizer bekommen keine einzige Atempause, die schweren Gitarrenriffs sorgen für klanglich gefüllte Säle und so erstaunlich positiv Chibis Gesang auch wirkt, so ausschweifend und emotional ist er doch.

Im Gegensatz zu den meisten Bands, die heutzutage noch dem Gothic-Rock frönen, schaffen es Birthday Massacre nicht im letzten Jahrzehnt hängen zu bleiben. Trotz der vielen Synthesizer wirkt die Musik zeitgemäß und zeigt, dass Rock dieser Sorte keinesfalls ausgestorben ist. „Shallow Graves“ ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Hier klingt die Band doch ein wenig altbacken. Wer auf den Sound der frühen Neunziger steht, wird natürlich Räder schlagen, viele andere werden den Riffs des vorletzten Jahrzehnts und dem pompösen Synths nicht allzu viel abgewinnen können. Dafür wurde man im Vorfeld von „In The Dark“, „Always“ und „Pale“ mit eben dieser überraschend lebendigen Musik im elektronischen Gewand beglückt. Das Rezept eines Musikerlebnisses zwischen Evanescence („Pins And Needles“) und einem Kniefall vor den Synth-Dauergebrauchern der Dark- und New-Wave-Zeit erzeugt einen stilgerechten Mix für alle Anhänger der etwas kräftigeren Rockmusik, die auch nichts gegen viel Elektrogeklimper im Hintergrund haben.

Für manche ist dieser Snthy-Rock pures Ambiente, für andere bremst er die richtig krachigen Ideen, wie das eröffnende Riff in „Sleep Walking“ zu sehr aus. Dieser Tatsache sind sich The Bithday Massacre bestimmt bewusst, doch ist diese Art von Rock schließlich genau das, was sie machen wollen. Dass es sich für die Kanadier heirbei um ein audiovisuelles Projekt handelt und sie auch sehr viel Wert auf Artwork legen, ist noch ein nettes Gimmick, das nach über zehn Jahren Bestehen Herzblut und Leidenschaft für das eigene Schaffen aufweist. Dieses Gesamtpaket ist im allgemeinen für Leute, die auch gerne mal eine schwarze Kerze anzünden oder in viktorianischer Kleidung herumlaufen. Das ist klar, dafür muss man nicht erst ein Bild der Bandmitglieder sehen. Auch der Otto-Normal-Hörer kann aber die ein oder andere wirklich gute Nummer ausmachen, auf dem wahrscheinlich positivsten Gothic-Album (es sei denn wir zählen die letzten The-Cure-LPs dazu) der letzten Jahre. Und das bei dieser Aufmachung!

Anspieltipps:

  • Always
  • Pins And Needles
  • Sleep Walking

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