Mark Ronson - Record Collection - Cover
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Mark Ronson Record Collection


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Bei allen „Yellow-Press“-Meldungen über Amy Winehouse wird gern vergessen, dass sie eine begnadete Sängerin war und ist und mit „Back to Black“ einer der besten CDs der letzten Jahre veröffentlicht hat. Der Produzent hieß damals Mark Ronson und der erntete mit diesem Sixties-Retro-Soul begeisterte Kritiken. Sein eigenes Werk „Version“ lehnte sich musikalisch daran an und er war damit ebenfalls erfolgreich. Der Brite Mark Ronson ist DJ und lässt also vornehmlich singen. Diesmal lud er unter anderem Rapper Q-Tip, Boy George, D'Angelo, Rose Elinor Dougall, „Duran Duran“-Sänger Simon Le Bon und Ghostface Killah vom Wu-Tang Clan ins Studio ein, um neben seiner vielfältigen Produzentenarbeit eine dritte eigene CD einzuspielen. Auf dieser CD verehrt Ronson den 80er Jahre Synthiesound und 90er Jahre Old School HipHop.

Beim Titelsong erhebt dann ausnahmsweise Ronson seine Stimme, aber so wirklich überzeugen kann das nicht. Die illustren Gäste sorgen daher fürs mehrheitliche gesangliche Vergnügen: HipHop-Höhepunkte stellen auf jeden Fall „Bang Bang Bang“ und „Lose it“ dar, die herrlich altmodisch aus den Boxen dröhnen. Rose Elinor Dougall von The Pipettes darf gleich dreimal singen: „You Gave Me Nothing“ ist ein wenig Pet Shop Boys-Sound gemixt mit einer männlichen smarten Stimme und der eindringlichen Stimmfarbe der Dougall, die dem tanzbaren Etwas eindeutig mehr Power verleiht, obwohl der Ronson versucht, diese gute Stimme mit Hall zu kleistern. „The Night Last Night“ geht die bekannte Retro-Soulschiene und gehört nur wieder dank Dougall zu den Songs, die sich entwickeln könnten, wenn nicht die Beats so monoton wären. „Hey Boy“ versucht sich in der Kreuzung von HipHop mit Electro-Pop, die die Stimme von Rose Dougall mit ihrem etwas kühlen Ausdruck veredelt. Boy Georges Beitrag „Somebody To Love Me“ geht in die Gefühlsecke: Seine Stimme klingt vorsichtig ausgedrückt sehr weiblich, auch wenn er stimmlich sicher nicht enttäuscht, kann diese Vorstellung nicht wirklich begeistern, da der Funke nicht überspringt. „The Bike Song“ enthält einen minimalistischen Hip Hop Beat, der den Song zu einem Hit werden lässt, leider können die meisten anderen Songs da aber nicht mithalten.

Mark Ronson versucht schon größtenteils den Sprung weg vom Retro-Soul zu schaffen, doch außer bei den HipHop-lastigen Tracks vermisst man eine durchgehend gute Qualität und außerdem versucht Ronson diesmal eben, Retro-Musik einer anderen Stilrichtung zu produzieren, das klingt dann nicht sehr eigenständig oder innovativ und da nützt auch kein Staraufgebot.

Anspieltipps:

  • Bang Bang Bang
  • Lose it
  • The Bike Song
  • Hey Boy

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