Antony And The Johnsons - Swanlights - Cover
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Antony And The Johnsons Swanlights


  • Label: Beggars/INDIGO
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Antony Hegarty ist schon son komischer Vogel. Vom Auftreten über die allseits als nicht menschlich bezeichnete Stimme bis hin zum zumindest eigenwilligen Cover von Beyonces „Crazy In Love”. „I Am A Bird Now”, meinte er schließlich selbst im Jahre 2005. Und auch das neueste Album von Antony And The Johnsons hat seine Verwandtschaft beim gefiederten Tier: „Swanlights“. Nun fliegen uns Hegarty und seine Band vielleicht nicht gleich davon, doch auf „Swanlights” hören wir sie zumindest gelegentlich in lichteren Momenten glückselig mit den Flügeln schlagen. Tatsächlich fügt Hegarty seinem Kammerspiel auf „Swanlights“ gleich eine ganze Fülle an Klängen hinzu, so schon beim Eröffnungsstück, das drei Minuten lang mit Piano und Stimme die Spannung aufbaut, dann die Flügel ausbreitet und mit Hilfe des Auftriebs von Streichern in luftige Höhen emporschwingt. Hegarty frohlockt: „Everything Is New”.

Es ist nach wie vor der Gesang, der eigentlich jedes Stück trägt. Diese Stimme zittert in hoher Tonlage, gibt sich unsicher und zaghaft, kommt aber in den lauteren Momenten dann doch voll aus sich heraus: „Thank You For Your Love“ singt Hegarty hörbar beflügelt vom glückseligen Gefühl und angestifteten Bläsern. Ganz anders beim Song „Flétta“, bei dem Björk einen Gastauftritt absolviert und sich die beiden ganz auf die Untermalung des Pianos verlassen. Mehr braucht und darf es auch gar nicht sein, denn die geheimnisvoll trübe Intimität, die das Duo hier ausstrahlt, würde durch jedes zusätzliche Instrument nur gestört werden.

Auch Streicher lungern auf „Swanlights“ an jeder Ecke, so werden sie bei „Salt Silver Oxygen“ sogar zu weitestgehend liedführenden Instrumenten, beim siebenminütigen Abschluss „Christina's Farm“ hört man sie in einem bitter klagenden Crescendo die Anspannung zum Höhepunkt tragen. Lediglich pointiert hört man Percussion („I'm In Love“), bei „Swanlights“ unterlegt Hegarty seine labile Stimme sogar mit einer rauschenden E-Gitarre, ebenso dezent bei „The Great White Ocean“ mit einer akustischen. „Swanlights“ ist selbstverständlich kein schwindelerregender Freudentaumel, doch hier und da scheint Licht durch das dichte Gefieder der ansonsten eher bedrückenden Songs. Die unterschiedlichen Arrangements machen das Album dabei ungeahnt vielfältig, was einem in gewisser Weise erst nach mehrmaligem Hören wirklich auffällt. Ein Höhepunkt bleibt auch das eindringliche „Ghost“, bei dem die Symbiose aus opulenten Streichern, Piano und Hegartys hoch schwebenden Stimme auf besondere Weise gelingt.

Anspieltipps:

  • Ghost
  • Thank You For Your Love
  • Flétta
  • Christina's Farm

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