Angra - Aqua - Cover
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Angra Aqua


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 49 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Vier Jahre sind vergangen seitdem sich Angra dem alchimistischen Traktat „Aurora consurgens“ (10/2006) aus dem Spätmittelalter angenommen und eindrucksvoll auf CD gebannt haben. Nach kleineren Personalveränderungen stehen die Brasilianer außerdem nach gut zwei Jahrzehnten mit ihrem siebten Longplayer da und nehmen sich William Shakespeares „Der Sturm“ vor, was unmissverständlich im Intro „Viderunt te aquae“ seine bombastische, soundtrackartige Entsprechung findet. Eduardo Falaschi (Gesang), Rafael Bittencourt (Gitarre), Kiko Loureiro (Gitarre), Felipe Andreoli (Bass) und Ricardo Confessori (Schlagzeug) lassen sich aber nicht zweimal bitten und knallen dem Hörer mit dem anschließenden „Arising thunder“ eine energiegeladene Nummer hin, die das Wort „Power“ in der Genrebezeichnung ohne Wenn und Aber verdient.

Deutlich progressiver rollt dann „Awake from darkness“ um die Ecke, das neben kurzem Streicher-Mittelteil technisch eindrucksvolle Reminiszenzen an die Edel-Progger von Dream Theater offenbart, während „Lease of life“ ruhigere Wellengänge bevorzugt und beinahe meditativ aus den Boxen plätschert. Dummerweise bleibt der Titel des Albums programmatisch für den weiteren Verlauf der Platte, denn bis auf die gelungenen Rhythmuswechsel in „The rage of the waters“ sind sowohl „Spirit of the air“, als auch „Hollow“, „A monster in her eyes“ und „Weakness of a man“ wenig packend oder spektakulär in Szene gesetzt, ersaufen im schmerzverzerrten Leid des Sängers und beziehen ihre Daseinsberechtigung größtenteils aufgrund der famosen Gitarrenarbeit von Bittencourt und Loureiro.

Den Gnadenstoß erleidet „Aqua“ letztendlich durch die pathetische Halbballade „Ashes“, die weder vor exzessivem Gebrauch von Streichern und Pianogeklimper Halt macht, noch sanften Frauengesang scheut, der an einem schlimmen Fall von Austauschbarkeit erkrankt ist. Damit ist Brasiliens Metal-Hoffnung wieder deutlich im Kurs gefallen und dümpelt bis zu einer möglichen Amnestie in zwei bis vier Jahren in der Selbsthilfegruppe für in die dritte Liga abgestiegene Importschlager herum. Gute Besserung!

Anspieltipps:

  • Arising Thunder
  • Awake From Darkness
  • The Rage Of The Waters

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