Grum - Heartbeats - Cover
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Grum Heartbeats


  • Label: Ultra Records
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist wieder Zeit, um mit alten Vorurteilen abzuschließen. Widmen wir uns heute dem Thema Musikproduzent. Das ist nicht ausnahmslos ein Mann von Mitte Dreißig bis Ende Ultimo mit Halbglatze, der seit mehreren Jahren nicht mehr das Licht der Sonne erblickt hat und anstatt der Gebärdensprache seine Emotionen ausnahmslos über Töne kund tut. Der lebendige undblutjunge Beweis dafür ist zum Beispiel Graeme Shepherd. Der 24jährige Schotte hört auf den Künstlernamen Grum und ist jetzt schon ein gewichtiger Name in Sachen Remixproduktionen. Wer sich einigermaßen auskennt, weiß, dass nicht wenige wichtige Künstler, wie auch Goldfrapp und Lady Gaga stets Anfragen nach neuen Versionen ihrer Hits stellen. Die Frage nach Stellenwert muss also nicht mehr gestellt werden.

Wie es bei den meisten Menschen im Musikbusiness ist, die großteils verwerten, was es schon gibt, kommt auch Langeweile auf oder eben Anspruch. Warum immer nur das Rampenlicht auf andere richten, wenn man sich doch genauso gut unter die Gelddusche stellen kann. Es fehlt an Renommee und Prestige, aber das kann sich heutzutage doch wirklich jeder erarbeiten. Mit etwas Glück und vielen Verbindungen versteht sich. Beides kann Grum vorweisen, sonst wäre er kein Jungproduzent. Überraschenderweise setzt der junge Mann auf Musik, die schon zu seiner Geburt an der Schwelle zum Out sein war. Disco-Musik und Trance der 80er mit einer winzigen Prise Neunziger. Sprich: Genau das, was man zurzeit in den Szenelokals wieder haben möchte. Nicht den ganzen Einheitsbrei den man sich in jeder Dorfdisko reinziehen kann, sondern den Einheitsbrei von vor 20 Jahren.

Retro ist das große Stichwort. Natürlich schafft der Schotte es mit heutigen Mitteln frischer zu wirken als seine Vorbilder. Da hört man die Absicht am Gameboy-Sound in „Heartbeat“ vom ersten Moment an. Der Jungproduzent versteht sein Handwerk und hat der Musik jegliche Ecken und Kanten genommen, damit man sich in den Clubs aneinander reiben kann, ohne sich blutige Schrammen zu holen. Kann man etwas Genaueres zur Musik sagen? Eigentlich nicht, denn Grums „Heartbeat“ klingt genauso wie ein nächtlicher Ausflug ins moderne Nachtleben mit 80er-Flair klingen soll. Keine Ausreißer nach oben, genug Pop für alle und Beats, die von Fachkenntnis sprechen. Eine Platte, mit der Mann als Freund des Tanzbodens keinen Fehler macht und viel Spaß haben wird.

Anspieltipps:

  • Power
  • Heartbeat
  • I Can’t Shake This Feeling

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