Desney Bailey - Meant To Be - Cover
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Desney Bailey Meant To Be


  • Label: Royal Flames Music
  • Laufzeit: 78 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

78 Minuten auf 12 Tracks? Das macht mehr als sechs Minuten im Durchschnitt. Soll man jetzt dankbar sein, dass der letzte Song genau zwölf Minuten lang ist? Nicht wirklich, weil das die Durchschnittszeit der Lieder auf genau sechs Minuten herabsetzt. Nun, wir wollen nicht unsere Mathekenntnisse auffrischen, sondern Musik auf uns wirken lassen. Da ist Desney Baileys „Meant To Be“ mit seiner auf Lounge getrimmten Musik wohl auch genau richtig. Diese Musik schlägt keine Haken und überrascht nicht, sondern zeigt eine langsame Entwicklung, die sich alle Zeit der Welt nimmt, damit jede Stimmung erst auf den Hörer wirken kann. Schon der Einstieg „Inspire Me“, der Hektikern mit seiner scheinbaren Eintönigkeit den letzten Nerv raubt, ist richtungweisend für das Album.

Ganz ungeduldige Zeitgenossen wollen den Titeltrack am liebsten mit dem Opener auf eine Stufe stellen, wobei „Meant To Be“ über einige Uptempopassagen verfügt. Der Stil ist allerdings wirklich homogen, was das Zusammenspiel der einzelnen Lieder angeht. Auch wird an der Hauptstruktur festgehalten, dass die Lieder sich kaum entwickeln, sondern im Stile von Minimal-Musik nur kleinere Änderungen einbringen, um eine mehr oder minder große Varietät zu erzeugen. Über das Album verteilt bekommt man viele Elemente und Ideen zu hören, die letzlich alle in Lounge-Musik münden. Es ist nicht einmal mehr zwingend Jazz oder Soul, der hier gespielt wird. Auch handelt es sich nicht um Elektro. Es ist mal eine Mischung und mal eine Fixierung auf eines oder nur zwei der Themen. Easy-Listening-Musik für lange Abende.

Für eben schier endlose Tage ist dieser Langspieler genau das richtige. Hier und da kommen einige Längen auf, da sich einige Tracks doch zu sehr ähneln, aber da keiner von ihnen schlecht ist, ist das eine überschaubare Schwäche. Mehr stören da die Längen innerhalb der Stücke. Manche Ideen sind einfach nicht gut genug, um mehr als sechs Minuten lang das Gerüst für die Soundtüfteleien Baileys zu sein. Gerade „Maybe You“ mit Gameboy-Sound-Einlage und „Meant To Be“, welches noch mehrere Klone herausbringt („Chillin’“, „Just A Dream“) machen einem das Leben schwer. Ersteres zeigt seine Schwäche ganz offen und bei Letzteren Tracks nervt der ewig selbe Grundrhythmus. Zwar gewinnen die Lieder im Gesamtbild an Eigenständigkeit, aber auch Desney Bailey schafft es nicht, sich der üblichen Schwäche dieser langen Lounge-Alben von nur einem Künstler zu entledigen. Es fehlen Überraschungen und Abwechslung und wenn der Künstler es dann selbst mit Überinnovation probiert (nervtötendes Geklimper in „The Dance Track“), dann ist das nicht unbedingt ein Zeichen von überragender Qualität.

Anspieltipps:

  • Chillin’
  • Keep On Running

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