Papa Roach - Time For Annihilation... On The Record & On The Road - Cover
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Papa Roach Time For Annihilation... On The Record & On The Road


  • Label: Eleven Seven Music
  • Laufzeit: 74 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„Time For Annihilation“ ist ein Zwitter aus Live-Album und fünf neuen Studiosongs, wie auch der Untertitel „On The Record & On The Road“ verrät.

Kleinere Brötchen backen müssen ab sofort die Jungs von Papa Roach. Zehn Jahre nach ihrem Durchbruchsalbum „Infest“ haben die Nu-Rocker ihren Vertrag mit Geffen Records verloren und beim Label Eleven Seven Music (u.a. Buckcherry, Trapt, Mötley Crüe) angedockt, das als Auffanglager für ehemalige Majoracts gilt. Zum Abschied von Papa Roach hat Geffen Records mit „To Be Loved“ im Frühsommer noch schnell ein von der Band nicht gewolltes Best-Of-Album auf den Markt geworfen, dem jetzt mit „Time For Annihilation“ bereits der erste Papa-Roach-Output auf Eleven Seven Music folgt.

„Time For Annihilation“ ist ein Zwitter aus Live-Album und fünf neuen Studiosongs, wie auch der Untertitel „On The Record & On The Road“ verrät. Eine ungewöhnliche Kombination, die dem verpönten „To Be Loved“-Best-Of vermutlich den Wind aus den Segeln nehmen soll. Am Ende einer Ehe hat man sich halt nicht mehr lieb und bekriegt sich – auf für Außenstehende durchaus amüsante Art und Weise – selbst.

Dem Fan kann dies getrost egal sein. Er bekommt eine Songauswahl geboten, die neben den fünf neuen Tracks, die sich als typisches Papa-Roach-Material ohne Schnörkel und Experimente herausstellen, aber leider auch nicht mehr die ganz großen Momente der ersten Alben bieten, auch noch ein Dutzend Live-Tracks auf die Mütze, die sämtliche Album-Veröffentlichungen in der Bandgeschichte berücksichtigen und mit Hits ganz passabel wuchern (u.a. „Last resort“, „Scars“, „Getting away with murder“). Das ist gewiss die bessere Best-Of-Lösung, dennoch kann nicht verhehlt werden, dass Papa Roach anno 2010 nicht mehr das musikalische Massenphänomen der Nullerjahre sind.

Mit ihren aktuellen Songs bedienen sie nur noch ihre Fanbasis mit simplen 3-Minuten-Rockern wie „Kick in the teeth“ und „The enemy“ (das verdächtig nach Selbstplagiat klingt) sowie eingängigen Radioballaden wie „No matter what“ und greifen live auf die großen Gesten hart-rockender Stadionbands zurück, die ihr Publikum durchgehend zum Mitmachen animieren, als wäre man im Zirkus oder auf einem fuckin’ Mötley-Crüe-Konzert („Everybody scream / everybody jump / bang your heads / sing louder / let me hear you“). Doch diese Mutation zur Schweinerockband passt irgendwie zu Papa Roach, die in all den Jahren immer sehr kritisch von den selbsternannten Szeneaposteln beäugt wurden, die jetzt verspätet recht bekommen.

Anspieltipps:

  • Last resort
  • No matter what
  • Kick in the teeth
  • Getting away with murder

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