Eels - Tomorrow Morning - Cover
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Eels Tomorrow Morning


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Folgen dessen, was Liebe aus uns Menschen macht.

Die Arbeitswut von Mark Oliver „E” Everrett kann einem schon fast unheimlich vorkommen. Denn mit „Tomorrow Morning“ veröffentlicht seine Band Eels bereits den dritten Longplayer in gerade einmal 1½ Jahren. Outputs in so kurzen Zeitabständen hat es selbst in der 60er Jahren selten gegeben. Ein Wunder, dass Eels Plattenfirma da überhaupt mitspielt, so kurz nach „Hombre Lobo“ (05/2009) und „End Times“ (01/2010) das nächste Album auf den Markt zu bringen.

Möglicherweise fühlt sie sich ihrem langjährigen Vertragspartner einfach besonders verpflichtet. Denn für Mark Oliver Everrett ist diese Album-Trilogie so etwas wie eine Selbsttherapie zur Verarbeitung einer gescheiterten Beziehung und dem ganzen Drumherum. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle, bei der man sich als Zuhörer zwischenzeitlich durchaus Sorgen um die psychische Stabilität des Künstlers machen konnte („End Times“), aber mit den Songs auf „Tomorrow Morning“ nun wieder Hoffnung und Zuversicht zurückkehren.

Grundsätzlich ändert sich am musikalischen Kosmos der Eels allerdings nichts. Everrett und Co. verbinden wie gehabt elektronische und handgemachte Klänge zu durchweg etwas schräg anmutenden Songs, in denen sich Streicher, Gitarren, Synthies, Orgeln, Samples, Loops und Keyboards die Hand reichen. Dabei kristallisieren sich wieder ein paar sehr feine Melodien („Spectacular girl“, „This is where it gets good“) heraus, die in der Summe tatsächlich den Eindruck vermitteln, dass Mark Oliver Everrett seine Krise überwunden hat und wieder Licht am Ende des Tunnels sieht. Und zwar Licht in Form einer neuen Liebe.

Der Hörer kann an der neuen Verliebtheit des Protagonisten teilhaben („What I have to offer“) und sein Glück förmlich greifen („I like the way this is going“). Das mag zwar mitunter ein wenig kitschig sein („Oh so lovely“, „Mystery life“), doch wer so freudig erregt ist, wie im mit Handclaps, Pianoklängen und Gospelgesang ausgestatteten Rock’n’Roll-Stampfer „Looking up“, kann man gar nicht böse sein. Das sind eben die Folgen dessen, was die Liebe aus uns Menschen macht. Die Weltuntergangsstimmung ist wie weggeblasen und jeder neue Tag ein schöner Tag, bei dem man den Sonnenaufgang kaum erwarten kann („The morning“). Lasst uns also gemeinsam mit Mark Oliver Everrett freuen, dass alles wieder gut ist und seine Musik nicht mehr so bedrohlich düster wirkt.

Anspieltipps:

  • The man
  • Looking up
  • Spectacular girl
  • This is where it gets good
  • I like the way this is going

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