N.E.R.D. - Nothing - Cover
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N.E.R.D. Nothing


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 36 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Pharrel Williams ist, zumindest anhand der Liste seiner Kollaborationen der letzten Jahre gesehen, ein vielbeschäftigter Mann. Ähnlich wie Timbaland arbeiteten er und sein Kollege Chad Hugo alias The Neptunes in den zuletzt an der Vereinheitlichung der Pop-/R&B-Musiklandschaft (u.a. Produktionen für Jay-Z, Justin Timberlake, Britney Spears, Shakira, Gwen Stefani, Madonna). Nebenbei hatten sie aber wohl auch mal wieder Zeit, sich mit ihrem Weggefährten Shay Haley, mit dem aus dem Duo das Trio N*E*R*D wird, in ein Studio zu begeben und ihr viertes Album „Nothing“ aufzunehmen. Wer die Band bisher gerade wegen ihrer tanzbaren Club-Hits lieb gewonnen hatte, dürfte mit den neuen Songs jedoch so seine Probleme haben. Denn „Nothing“ ist in erster Linie ziemlich relaxed und denkt meist gar nicht daran, die Puppen tanzen zu lassen.

Der Opener macht mit Rufen nach den im Titel verlangten „Party People” seinem ziemlich inspirationslosen Namen alle Ehre, „Hypnotize U” dudelt danach unbemerkt am Hörer vorbei. Erst „Help Me“ zeigt mit seinen unfassbar smoothen Strophen und dem mit Bläser-Fanfaren bestückten Refrain echte Qualität auf. Spätestens nach der Hälfte der Tracks wird klar, das „Nothing“ klaren Fokus auf eher lässige Beats und runde Songs legt und nicht wirklich Lust hat, mal richtig abzugehen. Im Laufe des Albums bestätigt sich dieses Bild, denn mit echten Krachern wie „She Wants To Move“ und „Everyone Nose (All the Girls Standing in the Line for the Bathroom)“ wartet „Nothing“ nicht auf. Und leider schaffen es N*E*R*D auch nicht, die fehlende Abwechslung von Stimmungen und Tempi durch originelle Beats oder außergewöhnliche Hooklines zu kompensieren.

Auch wenn Lieder wie „I've Seen The Light / Inside of Clouds” und „Perfect Defect” mit ungezwungenen Funk-Passagen oder Saxophon aufwarten und in „God Bless Us All” die eingangs erwähnten Bläser über fettem Bass wieder ausgepackt werden, kann nicht darüber hinweg getäuscht werden, dass N*E*R*D hier irgendwie nicht in die Puschen kommen. Lieder enden unspäktakulär mit einem Fade-Out (u.a. „God Bless Us All”) oder werden von langweiligen Synthie-Flächen übertüncht („Life As A Fish”). Nichts gegen eine Scheibe, die lediglich im ersten oder zweiten Gang vor sich hintuckert, doch stellenweise wird „Nothing” einfach zu lax („Hypnotize U”, „Life As A Fish”). Wenn dann doch mal die Rhythmen den führenden Ton angeben („Nothing On You”), verleitet das höchstens zum leichten Kopfnicken. Nur bei Nelly Furtados Gastspiel „Hot-n-Fun“ wird es nochmal richtig sexy, wenn sich eine funky Bassline über stampfende Rhythmen legt und sich männliche und weibliche Gesangsparts lässig die Klinke geben. Dennoch wird „Nothing“ seinem Namen in seltsam-ironischer Weise gerecht: Hier ist jedenfalls nicht viel zu holen.

Anspieltipps:

  • Help Me
  • Victory
  • Hot-n-Fun

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