Sara Bareilles - Kaleidoscope Heart - Cover
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Sara Bareilles Kaleidoscope Heart


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Sara Bareilles hat sich mit ihrer Mainstream-Ader gut angefreundet.

Wie machen Trailer im Internet einem die Augen feucht für das nächste Hollywood-Spektakel? Man kann es kaum erwarten, seine Leinwandhelden durch das nächste Abenteuer stolpern zu sehen, wenn man auch schon merkt, dass der Film in Deutschland erst Monate später erscheint. Das drückt ordentlich auf den Freudenschuh und lässt manch einen Film an Aktualität verlieren, bis er endlich in den heimischen Kinos läuft. Selbiges Problem findet man auch bei manch einem Musiker aus dem Ausland vor. Die Filmindustrie hat hierbei die Entschuldigung parat, dass der Film synchronisiert werden „muss“. Aber was bitte ist die Erklärung der Plattenlabelchefs? Laufen die CDs im Ausland falsch herum und mussten für deutsche Abspielgeräte umgepolt werden? Bis Sara Bareilles „neues“ Werk Kaleidoscope Heart“ in deutschen Läden zu haben ist, wird das Album in Amerika nicht einmal mehr unter den Top 100 sein. Und dabei ist die junge Songwriterin auf Platz eins eingestiegen!

„Love Song“ eroberte 2007 die Herzen aller Popfans weltweit. Eine volle Stimme à la Shania Twain mit einer viel besser dosierten Liebe zum Country, sowie ein Piano, das ebenso eingängig und dazu noch professioneller als jenes aus „New Soul“ von Yael Naim (die PC-Werbung mit dem Umschlag) ist, garantieren dieser Frau bei gleichbleibender Leistung auch weiterhin weltweite Beliebtheit. Merkwürdigerweise reichten auch knapp 200.000 verkaufte Alben, um Sony dazu zu bewegen, dass Album schon früher auch hier in Deutschland herauszubringen. Dabei zeigt Madamoiselle Bareilles diesmal von der ersten Minute an, dass sie inzwischen weiß, wie ein Major-Album klingen muss. Der vielstimmige Opener und Titeltrack geht in das peppige „Uncharted“ über, welches fürs Radio geschrieben wurde. Ein optimistisches Lied, das viele Leute morgens beim Kaffee oder auf dem Weg zur Arbeit summen oder sogar mitsingen werden. Keine Melodie von Weltklasse, aber eine Energie, wie sie in diesen typischen Alltagshymnen wie „Bad Day“ üblich ist, die dafür sorgt, dass die Verkaufszahlen im vielstelligen Bereich landen werden.

Wer sich unter Sara Bareilles Musik immer noch nichts vorstellen kann (wer „Love Song“ kennt, der weiß auch diesmal woran er ist), dem ist eventuell mit der Beschreibung einer braven Kate Nash, also ohne London-Akzent und Punkrock-Ausflüge, geholfen. Dafür stehen frech-brave Lieder wie die amerikanische Vorab-Nummer „King Of Anything“ oder „Gonna Get Over You“. Am besten wird der Radiokenner sich sowieso mit den schnelleren Nummern identifizieren können. Da kommen „Not Alone“ und nach ruhigem Beginn „Let The Rain“ gerade recht. Ansonsten gibt es die klassische Mischung aus Pop und Songwriter in fast schon überdimensionalen Größen (es sei nur auf das große Crescendo in „Hold My Heart“ hingewiesen. Dass es aber auch anders, nämlich authentischer geht, zeigt Bareilles glücklicherweise in „The Light“ oder „Basket Case“. Zwar sind auch hier Stadion vertraute Töne auszumachen, aber auch ein Stück Minimalismus lässt sich erkennen.

Sara Bareilles hat sich mit ihrer Mainstream-Ader gut angefreundet und es ist kaum zu glauben, dass sie bei solch eingängiger Musik unter einer Blockade gelitten haben soll. Zu mäkeln gibt es eigentlich nur für jene etwas, die sich wünschen, dass Bareilles wieder natürlicher klingen könnte, wie es sich in besagten Songwriter-Stücken und auch dem Abschluss des Albums („Breathe Alone“, „Bluebird“) andeutet. Der Großteil kennt die junge Frau jedoch aufgrund ihres „Love Song“ und wird an dieser recht seichten, aber auf jeden Fall beschwingten Mischung von Piano-Pop ihre helle Freude haben. Sara Bareilles scheint die Kunst der harmlosen Musik perfektioniert zu haben. Wer darauf übrigens nicht mehr warten kann, der findet bereits die Import-Version vor.

Anspieltipps:

  • The Light
  • King Of Anything
  • Uncharted

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