Herrenmagazin - Das Wird Alles Einmal Dir Gehören - Cover
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Herrenmagazin Das Wird Alles Einmal Dir Gehören


  • Label: Rent A Record/Rough Trade
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Der musikalische Kick ist nicht zu überhören!

Obwohl das Herrenmagazin-Debüt „Atzelgift“ (2008) nicht wirklich viel anders machte als artverwandte, deutschsprachige Indie-Pop Acts, blieb man an diesem Werk hängen, fesselte es einen mit interpretationswürdigen, herzhaft intonierten Texten und nach vorn gehendem Pop/Rock der zwingenden Art. So auch „Das Wird Alles Einmal Dir Gehören“, welches in diesen noch jungen, herbstlichen Tagen die Welt um einiges seelenvoller machen wird, zumindest für die mittlerweile zahlreichen Fans, doch auch für Neuneinsteiger jederzeit interessant ist. Prominente Fürsprecher wie Marcus Wiebusch (Kettcar) und Jan Müller (Tocotronic) wären gar nicht nötig gewesen, um Deniz Jaspersen, Rasmus Engler (auch bei Gary und Das Bierbeben), Paul Konopacka sowie den neuen Gitarristen „König Wilhelmsburg“ in Form von Herrenmagazin so präsent in der Musiklandschaft zu platzieren.

Live aufgenommen, produziert von Torsten Otto (Tocotronic, Tomte, Beatsteaks) und bei „Alle Sind So“ um Gisbert zu Knyphausen gesanglich ergänzt, folgt „Das Wird Alles Einmal Dir Gehören“ dem Erfolgsrezept von „Atzelgift“ und bietet somit gelenkigen Indie-Pop mit vielen eingängig-geschärften rockigen Momenten. Post-punkige Gitarren eröffnen das Album mit „In Den Dunkelsten Stunden“, werden in hymnischer, charmant-krachiger Form weitergeführt, was besonders in den dicht besiedelten Instrumental-Regionen aus Gitarren, Rhythmusgruppe und schemenhaft wahrnehmbaren Orgel-Sounds für Gänsehaut sorgt. „Erinnern“ ist so schlicht wie wirkungsvoll, so vorhersehbar wie vollkommen und bevor das als Missverständnis diesen Text prägt: Genau so passt es bei Herrenmagazin, die ihre Stärken nicht in Momenten haben, die sie von anderen Bands abheben, sondern es genau so wie ihre Mitstreiter im deutschsprachigen Indie-Pop Umfeld machen. Nicht anders, aber einfach durchweg gut.

Träumen kann man viel zu den neuen Songs hier auf dem Longplayer, doch nicht ohne im nächsten Moment aufspringen zu wollen, zu hüpfen und Spaß zu haben, egal was die anderen sagen. Der elegante Mittelfinger sozusagen, den Herrenmagazin patentiert haben. Wenn bei „Alle Sind So“ die Träne schon aus dem Knopfloch heraus blinzelt, wird mit lauten Gitarren sowie ansatzweise Noise-Effekten alles wieder gut und sowieso bei Songs wie „Fahne“ oder „Onze“ jede Träne vergessen gemacht. Der musikalische Kick ist nicht zu überhören, die Texte mit ernsten Gedanken gespickt, aber niemals niedergeschlagen, der Effekt so zufriedenstellend wie berauschend, je nach Sichtweise.

Anspieltipps:

  • In Den Dunkelsten Stunden
  • Alle Sind So
  • Fahne
  • Onze

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