Kosmic Horrör - Zarkov Protocols Vol. 2 - Cover
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Kosmic Horrör Zarkov Protocols Vol. 2


  • Label: Toolboxx/ALIVE
  • Laufzeit: 49 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
4.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Bevor jetzt die Genrepolizei auf den Plan tritt und die angestrebte Neuerfindung „Klingonenrock“ der Berliner Kosmic Horrör aus dem Verkehr zieht, muss zu deren Verteidigung gesagt werden: Da ist was dran! Der zweite Teil der „Zarkov Protocols“-Trilogie ist einzig- wie eigenartig, auch wenn die Geschichte in den im Überfluss vorhandenen Spoken Word-Einlagen nicht wie erwartet auf Klingonisch, sondern (Zarkov sei Dank!) auf Englisch stattfindet und Christian Kumpe alias Zarkov (Gesang), Michael Postmann alias Mortok (Gitarre), Mathis Richter-Reichhelm alias BischofB (Gesang, Gitarre, Violine, Synthesizer), Detlef Strüb alias QaS (Bass) und Christian Kuhlmey alias QeL (Schlagzeug) auf ihrem neusten Ausflug in den Kosmos der aus Raumschiff Enterprise bekannten Außerirdischen zeigen, dass sie eben doch von dieser Welt sind.

Die Story hinter den Protokollen wurde von Kumpe geschrieben und ist als Aufhänger für eine musikalische Weltraumodyssee durchaus zu gebrauchen, allerdings versteift sich der Gute zu sehr aufs Geschichtenerzählen und lässt in den fast 50 Minuten des klingonifizierten Hardrocks nur recht selten die Gitarren sprechen. Viel mehr mutet „Zarkov protocols Vol.2“ daher als vertontes Hörbuch mit gelegentlich eingestreuten Rocknummern an, die dann etwas deftiger ans Werk gehen und schon mal ordentlich mit dezentem Metal-Einfluss aus den Lautsprechern stampfen dürfen oder lautstarkes Geschrei aufweisen können. Klingonen sind immerhin nicht gerade zimperlich und daher soll es die Musik freilich auch nicht sein.

Wie bereits erwähnt ist dieser Aspekt allerdings zweit-, wenn nicht sogar drittklassiger Natur, denn schließlich wollen Kosmic Horrör dem Hörer ihr sorgsam aufgebautes Universum näher bringen, was dazu führt, dass schon mal zehn Minuten vergehen können, in denen außer wenig fesselnden Soundkulissen mit Hörspielcharakter kaum etwas passiert. Umso ärgerlicher, wenn die „richtigen“ Songs dann niemanden vom Stuhl blasen, sondern pumpenden Hardrock mit Klingonengekrächze darstellen, die vieles schuldig bleiben. Die fünf Berliner mögen durchaus Meister dieser extravaganten Sprache sein und in bestimmten Kreisen ihre Fans haben, für ein packendes Album reichen diese Fähigkeiten jedoch nicht, da „Zarkov protocols Vol. 2“ im weitesten Sinne einfach viel Lärm um nichts darstellt.

Anspieltipps:

  • K´Tinga
  • Visov´Be

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