Isobel Campbell & Mark Lanegan - Hawk - Cover
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Isobel Campbell & Mark Lanegan Hawk


  • Label: Vanguard Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Mark Lanegans Projekte sind zahlreich: Von den Anfängen bei seiner Ursprungsband Screaming Trees über die bekannten Engagements bei Queens Of The Stone Age („Songs For The Deaf“, 2002; „Lullabies To Paralyze“, 2005) oder Soulsavers („Broken“, 2009) und weiteren zählt seit 2006 die Zusammenarbeit mit Isobel Campbell zu seinen beständigsten Kollaborationen, zusammen veröffentlichen sie nun ihr drittes Album „Hawk“. Campbell war von 1996 bei Belle & Sebastian und veröffentlichte bislang vier Soloalben (zwei davon unter dem Pseudonym The Gentle Waves). Man sollte sich jedoch nicht darin täuschen lassen, wer hier die Zügel in der Hand hält: „Hawk“ wurde von Campbell geschrieben, arrangiert und produziert, Lanegan hingegen ist hier einmal mehr derjenige, der einem Album mit seiner einzigartigen Stimme die nötigen Ecken und Kanten verleihen darf.

Die Idee, zwei vollkommen unterschiedliche Stimmen zusammenzubringen, in diesem Fall Lanegans raues aber ruhiges, tief brummendes Organ mit Campbells zarter, sinnlicher und feinfühlender Stimme, funktioniert auf „Hawk“ eigentlich ganz hervorragend, auch wenn Lanegan bei vielen Passagen, in denen zusammen gesungen wird, ganz klar im Vordergrund steht, was vielleicht auch einfach in der Natur seiner stämmigen Stimme liegen könnte. Dennoch bekommt man beim Hören von „Hawk“ häufig das Gefühl, dass die richtige Hand für die Titelwahl und starkes Songwriting gefehlt hat: Neben sanften, von Campbell und Lanegan gehauchten Akustikballaden wie „We Die And See Beauty Reign“ oder das von ersterer im Alleingang gesungene „Sunrise“ - welche durchaus gelungen sind - stehen ruppige Songs wie „Come Undone“, das auf einem einzigen nervigen E-Gitarrenriff basiert, oder das mit seinem Blues-Saxophon lediglich Krach machende Titel- und Instrumentalstück „Hawk“.

Das soll vor allen Dingen Abwechslung suggerieren, passt aber schlecht zusammen und bringt dem größtenteils langsam voranschreitenden Album somit gar nichts. Unter gediegenen Akustikstücken wie dem „Snake Song” oder dem von Willy Mason gesungenen Townes Van Zandt-Cover „No Place To Fall” findet man kleine Highlights wie das von Streichern und einem Klavier dramatisierten „Come Undone“. Des Weiteren spielt und singt sich das Duo durch Folk, Country, Blues, Gospel und Dream-Pop und bringt vereinzelt kleine, tolle Songs hervor, wie die bereits angesprochene Eröffnung, das grobstämmige „You Won't Let Me Down Again“, oder das kurze, von Akkordeon und Streichern bereicherte „Eyes Of Green“, dessen Ansatz auf „Hawk“ vielleicht häufiger zum Einsatz hätte kommen sollen.

Das wiederum von Lanegan gesungene „Lately“ beendet das Album solide - von Gospelsängerinnen unterstützt. Die dritte Zusammenarbeit zwischen Isobel Campbell und Mark Lanegan ist somit leider nicht so stark, wie man es von den beiden hätte erwarten können. Man trifft auf langweilige („Time Of The Season“) bis störende („Hawk“), aber auch grundsolide („Sunrise”) und feine („Come Undone“) Stücke, welche summiert nur ein durchschnittliches Album ergeben.

Anspieltipps:

  • You Won't Let Me Down Again
  • Come Undone
  • Sunrise
  • Eyes Of Green
  • Lately

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