Fleshwrought - Dementia/Dyslexia - Cover
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Fleshwrought Dementia/Dyslexia


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 33 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die derben Growls von Jonny Davy dürften jedem Extrem Metal-Freund geläufig sein, schließlich verrichtet der Gute seinen Job bei keiner geringeren Truppe als Job For A Cowboy, die in den letzten Jahren mit ihren beiden Longplayern „Genesis“ (05/2007) und „Ruination“ (07/2009) ziemlich gehypt wurden. Sein neuester Partner Navene Koperweis ist hingegen ein wesentlich unbeschriebeneres Blatt, denn obwohl der Schlagwerker bei den mittlerweile aufgelösten Animosity seine Sporen verdienen durfte, saß er dort logischerweise die meiste Zeit hinter seinem Drumkit und trat hauptsächlich musikalisch durch seine variable Arbeit in den Vordergrund. Das soll sich nun ändern.

Unter dem Namen Fleshwrought bedient Koperweis jetzt nämlich nicht nur Gitarre, Bass, Schlagzeug und ist für die Aufnahmen derselben zuständig, er ist zusammen mit Davy zusätzlich noch so etwas wie eine abgedrehtere Variante von Job For A Cowboy, was sich schon am Cover-Artwork bemerkbar macht. „The record illustrates every human emotion and buildup response to the starting point of dementia, becoming utterly crazed and just all around unbalanced: Wallowing in depressin, alcoholism, anger, frustration, to even self-destruction“ weiß der Multiinstrumentalist zu berichten und jagt mit „Mental illness“ schon die erste unbarmherzige Deathgrind-Attacke durch den Äther.

Im anschließenden „Inner thoughts“ offenbart Fleshwrought dann seine hässliche Seele und zeigt in welche abartige Richtung „Dementia / Dyslexia“ gehen könnte als ein metallisch unvorhersehbarer Mindfuck par excellence aus den Boxen fährt und markige Growls auf schwüle Saxophon-Arrangements treffen. Leider gehen Davy/Koperweis mit derartigen Momenten zu sparsam um und präsentieren, abgesehen vom ohrenbetäubenden Gefiepe im hinteren Drittel von „Weeping hallucinations“, dem mit elektronisch verfremdeten Elementen versetzten „Dyslexic interlude“, eindrucksvollem Gitarrenpicking („Self-destructive loathing“) und einer Mischung aus klassischen Rockriffs, ruhigen Passagen und zerschmetternden Deathgrind-Ausbrüchen bestehenden „Final nausea“, brutal knüppelnden Todesblei im Grind-Mantel, der Breakdowns mag und gerne seine progressive Ader zur Schau stellt.

Das ist für ein bahnbrechendes Album einfach zu wenig Innovation und bei einer Laufzeit von gerade einmal 33 Minuten für einen handelsüblichen Longplayer ist auch eine höhere Wertung indiskutabel. Man darf allerdings nicht vergessen, dass es sich hierbei um den ersten Output eines vielversprechenden Konglomerats handelt, welches mit der Zeit hoffentlich an Reife zulegt und beim nächsten Mal umso heftiger zuschlagen könnte. Bis dahin ist Fleshwrought lediglich der durchgeknallte Zwillingsbruder von Job For A Cowboy.

Anspieltipps:

  • Final Nausea
  • Inner Thoughts
  • State Of Desolation
  • Self-Destructive Loathing

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