Lyzanxia - Locust - Cover
Große Ansicht

Lyzanxia Locust


  • Label: XIII Bis/SOULFOOD
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Eden“ krachten die französischen Lyzanxia 2000 in das vorrangig durch amerikanische Bands aufgebaute Modern Metal-Genre und galten in ihrem Heimatland nach sieben Jahren im Untergrund schnell als Hoffnung für einen deftigen Exportschlager, der knackige Thrash-Riffs mit Melodic Metal-Elementen würzte. Bevor allerdings der Rest der Welt in Angriff genommen werden konnte und Lyzanxia sich der kritischen Frage „Wer hat in meinem Genre gewildert?“ stellen mussten, galt es erst einmal die vorherrschende Konkurrenz auszustechen und (wie es der austauschbare Zufall will) läuft dieses Unterfangen mittlerweile noch immer.

David (Gesang, Gitarre) und Franck Potvin (Gitarre), Perdicaro Wines (Bass) und Clement Decrock (Schlagzeug) verstehen ihr Handwerk, daran besteht kein Zweifel. Doch wo zig andere Kombos ihrer Zerstörungskraft unterschiedliche Facetten verleihen und einen abwechslungsreichen Stilmix beschreiten, stecken die vier Franzosen in laut um sich schlagenden Wutbrocken fest, die mit unterschiedlichem Groovepegel in die Vollen gehen. Da gibt es dann knüppelnde, von der Leine gelassene Thrash-Salven („Separate world“, „The clamp“, „Subhero Zero“, „Father Ra“), melodische Todesbleiattacken („Light transition“, „Mind tracker“) oder gezügelte Modern Metal-Nummern, die ihre fehlende Individualität durch eine solide Inszenierung kaschieren wollen („Tomorrow died“, „Parasitic growth“, „Hundred story moth“).

Schlecht ist „Locust“ nicht, Begeisterungsstürme ruft das vierte Thrash / Melodic Death-Werk der Franzosen allerdings ebenso nicht hervor, denn dafür ist es über weite Strecken zu vorhersehbar und unauffällig. Wer dem groovenden Thrash-Aspekt wie in „Subhero Zero“ und „The clamp“ stärker zugetan ist, für den könnte vielleicht „Souldrinker“ (10/2009) von Watch Me Bleed die bessere Geheimtipp-Alternative darstellen. Die Kickdown/Symphorce/Pump-Vereinigung geht nämlich trotz ähnlich hoher Drehzahl wesentlich variabler ans Werk und zerrt den Hörer leichter in den Moshpit als „Locust“.

Anspieltipps:

  • The Clamp
  • Light Transition
  • Parasitic Growth

Neue Kritiken im Genre „Thrash Metal“
7/10

Seasons Of The Black
  • 2017    
6/10

The Devil Strikes Again
  • 2016    
Diskutiere über „Lyzanxia“
comments powered by Disqus