Earl Greyhound - Suspicious Package - Cover
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Earl Greyhound Suspicious Package


  • Label: The Organisation/SOULFOOD
  • Laufzeit: 59 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit der New Yorker Band Earl Greyhound treibt sich seit ein paar Jahren ein von Presse, Fans und Indie-Szenewächtern gefeiertes Trio im US-amerikanischen Retro-Rock-Underground herum, das dieser Tage endlich einen Europa-Vertrieb für seinen mittlerweile dritten Output nach der selbstbetitelten Debüt-EP (10/2004) und dem ersten Longplayer „Soft Targets“ (10/2006) gefunden hat.

„Suspicious Package“ (04/2010) erscheint zwar auch bei uns „nur“ auf einem sehr kleinen Label, doch dafür relativ kurz nach dem US-Release, so dass das Eisen noch ziemlich heiß ist, das Matt Whyte (Gesang, Gitarre), Kamara Thomas (Bass, Keyboards, Gesang) und Ricc Sheridan (Drums) auf ihrer dritten CD zu schmieden pflegen. Denn auch wenn das Cover von „Suspicious Package“ einen Hang zum Hippietum suggeriert – womit man sicher nicht vollkommen auf der falsche Fährte ist –, ist das musikalische zu Hause eindeutig in der härteren Rockmusik der 60er und 70er Jahre zu finden. Das Schöne daran: Earl Greyhound holzen nicht einfach einen Mix aus Retro-Rockklängen herunter, sondern kreieren eine eigeständige Mischung aus progressiven Psychedelic-Sounds mit Einflüssen aus Blues, Stoner-Rock, Soul, Jazz und Grunge. Damit gehen Sie den Weg, den z.B. auch die Black Crowes gerne eingeschlagen hätten, bevor sie sich mit Ego-Problemen und kreativen Differenzen verzettelten.

Was auf dem Papier nach verpeilter Kiffermucke klingt und in Stücken wie „Misty morning“ oder „The eyes of Cassandra part I“ auch in Ansätzen gestriffen wird, ist in Wirklichkeit ein gut zugängliches Stück Musik für Rockfans aller Art. Wer z.B. den harten Bums von Led Zeppelin mag, sollte einmal in „S.O.S.“ hinein hören. Wer es etwas poppiger mag, wird den Sound von Lenny Kravitz entdecken, als dieser noch Relevanz besaß („Oye Vaya”, „Bill Evans“), für den grobkörnigen Wüstensound á la Queens Of The Stone Age sind Songs wie „Ghost and the witness” da und wieder zurück zu härteren Klängen á la Deep Purple geht es mit „Sea of Japan”.

Produziert und abgemischt wurde das Album von Toningenieur David Schiffman (u.a. The Mars Volta, System Of A Down, Thrice), der Earl Greyhound einen authentischen Retro-Sound zurechtschneiderte, der trotzdem mit einem satten Wumms überzeugt. Das passt wie die Faust aufs Auge und macht „Suspicious Package“ zu einem absolut überzeugendem Album, mit dem Earl Greyhound auch den Kings Of Leon Konkurrenz machen können. Dazu fehlt zwar noch der richtige Vertriebspartner, aber mit dem hier vorgelegten Lockmittel, sollte das durchaus klappen. Die europäischen Hörer kommen übrigens noch in den Genuss von drei zusätzlichen Songs. Diese Bonustracks stammen vom 2006er Debütalbum „Soft Targets“, das es bis dato nicht als offiziellen Release in Deutschland gibt. Doch über das Internet ist das Werk ohne Probleme erhältlich. Wer sich also von „Suspicious Package“ angefixt fühlt, kann sofort für Nachschub sorgen.

Anspieltipps:

  • S.O.S.
  • Bill Evans
  • Oye Vaya
  • Sea of Japan
  • Misty morning
  • Ghost and the witness

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