Earl Greyhound - Soft Targets - Cover
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Earl Greyhound Soft Targets


  • Label: The Organisation/SOULFOOD
  • Laufzeit: 59 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Intros sind für Weicheier“, so oder so ähnlich muss die Überlegung von Earl Greyhound gewesen sein, als sie entschieden, dass „S.O.S.“ ihr Debüt „Soft Targets“ eröffnen sollte. Der Track lässt einen nicht einmal einatmen, bevor er mit psychedelischem, krachendem Rock das Tier aus dem noch so verkrampften Hörer geradezu herausprügelt. Auch wenn man der Musik eine gewalttätige Ader nicht absprechen kann, gehört diese auditive Trachtprügel jedoch zu den angenehmen. Aber Moment! Kenner ihres Fachs werden sich spätestens jetzt fragen: „Kam vor ein paar Monaten nicht erst das Album „Suspicious Package“ heraus?“ Ganz recht und Erfolg sorgt manchmal dafür, dass man für uns Deutsche verloren geglaubte Schätze doch noch heben kann.

Die gesamte Fachpresse unserer Bundesrepublik hat sich an dem zweiten Album der Band erfreut. Der authentischste Rock des Jahres wird hier bejubelt und Psychedelic-Prog an anderer Stelle gepriesen. Die Hoffnung ist natürlich groß, dass das Debüt nicht minder gut einschlägt und dass es sich tatsächlich um eine Schatztruhe handelt, die hier ausgegraben wurde und nicht bloß um ein paar alte Stiefel. Der Opener macht schon einmal große Versprechen, die das anschließende „All Better Now“ nahtlos fortführt. Treibender Rhythmus gepaart mit richtig guter Melodie, die keine Angst hat, sich in Schlammpfützen zu schmeißen, sorgt für genau das Rockerlebnis, das sich all jene wünschen, denen die meisten Alben zu durch produziert sind.

Zwar geht es auch weniger brachial als in den ersten beiden Nummern, aber auch „It's Over“ und „Like A Doggy“ können mit Authentizität überzeugen, auch wenn die schnellen Nummern viel leichter ins Blut gehen. Spätestens „Monkey“ zeigt über die meiste Zeit seiner knapp neun Minuten Spieldauer, dass aber auch die langsameren Lieder sehr gut funktionieren können, wenn sie nur genug Luft in der Lunge beweisen. Das ist hier definitiv der Fall und nur ein Auftakt zu einer abwechslungsreichen Rockreise. Gediegener Rock in „Good“, gute Laune in „Back And Fourth“ und „Yeah I Love You“ befindet sich irgendwo zwischen den turbulenten Momenten des Albumauftakts und Soul. Was für eine Kombination, die uns die Band aus Brooklyn hier auftischt.

Bis zur eigentlichen Schlussnummer „I'm The One“ lässt sich noch Einiges an bereits beschriebenen Genre-Crossovers genießen und obendrauf bekommt der deutsche Hörer noch zwei Bonustracks, die keineswegs Probleme haben, das Niveau zu halten. Ohne Übertreibung und ohne auf der Hype-Welle der Band reiten zu wollen, muss man der Band zugestehen, dass dieses Album roh, dreckig und absolut süchtig machend ist. Gerade die eher weicheren Songs ziehen nicht immer sofort, wachsen aber mit der Zeit und sorgen dafür, dass jeder echte Rockfan in dieses Album herein hören muss.

Anspieltipps:

  • S.O.S.
  • Yeah I Love You
  • Back And Fourth

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