Kataklysm - Heaven´s Venom - Cover
Große Ansicht

Kataklysm Heaven´s Venom


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 47 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Bei der Veröffentlichung einer neuen Scheibe aus dem Hause Kataklysm bieten sich destruktive Adjektive wie „zerstörerisch“, „brandschatzend“ und „vernichtend“ praktisch von selbst an und auch der zehnte kanadische Todesbleiprügel „Heaven´s venom“ fördert (wie sollte es anders sein) diese Assoziationen ohne großartiges Zutun des Hörers. „Prevail“ (05/2008) stellte immerhin das kommerziell erfolgreichste Album von Maurizio Iacono (Gesang), Jean-Francois Dagenais (Gitarre), Stephan Barbe (Bass) und Max Duhamel (Schlagzeug) dar und jegliche Rückkehr zu dezenter Thrashseligkeit oder die Einführung von progressiven Experimenten wäre daher vollkommener Blödsinn. Kataklysm mögen vielleicht nicht die abwechslungsreichste Band im Genre sein, aber die gottverdammt präziseste, wenn es darum geht mit Blastbeats sämtliche Schädel platzen zu lassen.

Nach einem längeren Rocky-Zitat zu Beginn des Openers „A soulless god“ ist es dann auch schon geschehen und die kanadische Planierraupe Marke „Northern Hyperblast“ metzelt sich mithilfe von donnernder Doublebass und tiefgelegten Riffkanonaden ihren Weg frei. „Determined (Vows of vengeance)“ schaltet einen Gang höher, verzichtet aber nicht auf den nötigen nackenbrechenden Groove, während „Faith made of shrapnel“ als wütender Orkan übers Feld zieht und „Push the venom“ nur für einen bestimmten Zweck geschrieben wurde: Blutfontänen im Circle Pit. Die anschließenden „Hail the renegade“ und „As the wall collapses“ sind dann zwar technisch eindrucksvolles, aber bezogen auf den starken Backkatalog der Kanadier lediglich durchschnittliches Gebolze, dafür schneidet „Numb and intoxicated“ wieder präziser und eindringlicher durch die Halsschlagader seiner Feinde und „At the edge of the world“ präsentiert skandinavische Einflüsse in einem erbarmungslosen Killertrack.

Mit epischer Note geht es in „Suicide river“ über das Schlachtfeld, wofür kurzerhand Amon Amarths markanter Gitarrensound eingebürgert wurde, was den Albumender „Blind saviour“ dazu bewegt ruhigere Töne anzuschlagen und schleppendes Midtempo anzustreben, das trotzdem in unbedachten Momenten jeglichen Kataklysm-Kritikern die scharf gewetzte Klinge in die Brust rammt. Bei „Heaven´s venom“ den Klassikerstatus zu bemühen wäre falsch, denn dafür zieht das zehnte Opus der Kanadier zu wenig überraschende Wendungen und zuviel Altbekanntes aus dem Ärmel. Nichtsdestotrotz ist Iacono & Co. eine absolut tödliche Scheibe gelungen, die nicht nur das Wohnzimmer, sondern auch die Bühnen der hoffentlich bald kommenden Tour in einen einzigen Trümmerhaufen verwandeln wird.

Anspieltipps:

  • Push The Venom
  • Numb And Intoxicated
  • At The Edge Of The World
  • Determined (Vows Of Vengeance)

Neue Kritiken im Genre „Death Metal“
Diskutiere über „Kataklysm“
comments powered by Disqus