Filter - The Trouble With Angels - Cover
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Filter The Trouble With Angels


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 41 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die größte Leistung von „The Trouble With Angels“ bleibt, dass es wieder richtig Lust auf den Filter-Meilenstein „Title Of Record“ macht.

Filter sind mit halb ausgewechselter Mannschaft zurück auf dem Spielfeld. Schon im Vorfeld der Veröffentlichung von „The Trouble With Angels“ gab es eine Ansage, dass der neue Stoff auf dem Longplayer Nummer fünf wieder eine Spur härter ausfallen und sich dabei auch wieder verstärkt im Elektro- und Industrialbaukasten bedienen würde. Gesagt, getan. Schon mit „The Inevitable Relapse“ holen die Mannen um Richard Patrick kräftig aus und machen deutlich, dass trotz einer siebzehnjährigen Bandgeschichte von Altersmilde keine Rede sein kann. Auch die Folgenummern „Drug Boy“ und „Absentee Father“ werden einem mit Anlauf um die Ohren gehauen. Das ist durchaus solide, aber erst mit „No Love“ folgt das erste Stück, bei dem man dann tatsächlich wirklich aufhorcht.

Der Gegensatz zwischen etwas zurückhaltenden Strophen und dem treibenden Refrain macht sich gut und bleibt hängen. Nicht schlecht. Doch die Ernüchterung lässt nicht lange auf sich warten, wenn mit dem bereits aus dem Soundtrack zum Film „2012“ bekannten „Fades Like A Photograph (Dead Angel)“ ein ruhiges Stück folgt. Nichts gegen ruhige Momente auch auf einer amtlichen Rockscheibe, doch hier erinnert das trotz allem irgendwie an einen kalkulierten „Take A Picture“-Zweitversuch in Anknüpfung an „Title Of Record“-Zeiten. Überhaupt muss man öfter an den großen Wurf aus dem Jahr 1999 denken. Irgendwie wirkt das hier alles so, als wollten Filter unbedingt an ihr hervorragendes zweites Werk anknüpfen.

Leider funktioniert das nur bedingt. Dabei werden hier keine groben Fehler gemacht. Die Songs kommen allesamt in einem wirklich mehr als fett produzierten Soundgewand daher. Auch das Spiel mit der musikalischen Aggression und dem Wechsel zwischen verschiedensten Stilelementen beherrscht die Band nach wie vor eigentlich ganz gut. Was also läuft schief im Filterland? Man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass das alles nicht besonders leichtfüßig, sondern doch irgendwie recht bemüht wirkt.

Keine Frage, das hier ist bei weitem kein richtig schlechtes Album, aber es ist eben auch einfach nicht so gut, dass es im Wettbewerb um die Aufmerksamkeit im CD-Regal auf Dauer wahnsinnig gute Karten hätte. Es hätte einfach noch ein paar stärkere Songs benötigt. Auch die Elektro- und Industrialelementen wirken hier streckenweise seltsam überflüssig. Bis auf den völlig indiskutablen Auto-Tune-Effekt im erwähnten Opener „The In Evitable Relapse“ stören sie zwar nicht so wirklich, bringen die einzelnen Songs aber eben auch nicht voran. Was fehlt, sind zwei oder drei gute Ideen. Dabei muss es überhaupt nicht immer gleich was wahnsinnig Innovatives sein, aber zumindest müsste Altbekanntes so aufgewärmt werden, dass es Laune macht. Die größte Leistung von „The Trouble With Angels“ bleibt, dass es wieder richtig Lust auf den erwähnten Filter-Meilenstein „Title Of Record“ macht.

Anspieltipps:

  • No Love
  • Down With Me
  • Clouds

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