The Wooden Sky - If I Don´t Come Home You´ll Know I´m Gone - Cover
Große Ansicht

The Wooden Sky If I Don´t Come Home You´ll Know I´m Gone


  • Label: Dine Alone Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer „If I Don’t Come Home You’ll Know I’m Gone” ein bisschen Zeit zum wachsen gibt und nicht schon nach der ersten Albumhälfte aussteigt, erhält ein schönes Folk-Album.

„If I Don’t Come Home You’ll Know I’m Gone” (08/2009) ist das zweite Album des 2003 in Toronto, Kanada gegründeten Alternative-Folk-Quartetts The Wooden Sky um Sänger und Songschreiber Gavin Gardiner. Mit dem von Howard Bilerman (u.a. Arcade Fire, Thee Silver Mt. Zion, Basia Bulat, Godspeed You! You Black Emperor) produzierten Nachfolger von „When Lost At Sea” (2007) legen die Kanadier eine recht experimentelle Form von Country- und Folkmusik vor, die am Anfang ein paar Durchläufe benötigt und bis zur Albummitte nicht so wirklich zünden will, doch dann zu ganz großer Form aufläuft.

Mit dem Opener „Oh my god (it still means a lot to me)“ begrüßen The Wooden Sky ihre Hörer mit konventioneller Folk-Pop-Kost, die locker-leicht ins Ohr geht und auf instrumentaler Ebene die Hausnummer für die weiteren Tracks festlegt: Mandoline, Mundharmonika, Banjo, Lap Steel, Dobro, Piano, Cello, Wurlitzer Orgel, nur mit einem Besen bearbeitetes Schlagzeug und feiner Harmoniegesang. Dadurch lebt jedes Folk-Album, das etwas auf sich hält, auf besondere Weise. Und The Wooden Sky verstehen es, diese grundsätzlichen Anforderungen zu erfüllen, allerdings ohne dass besondere Euphorie beim Hörer aufkommt.

Es bedarf bis zum sechsten Track, „When we were young“, um den Hörer langsam auf die ihrige Seite zu ziehen und fortan von Song zu Song mehr mitzureißen. Darin stößt die Band ihre Folk-Fesseln weitgehend ab und liefert bis zum großen Finale die Art von Liedmaterial ab, das es erlaubt, Vorbilder wie Wilco, Arcade Fire, The Dears und My Morning Jacket zu zitieren. Darunter sind vor allem düstere Stücke wie „An evening hymn“, „Something hiding for us in the night”, „Lock and key”, „Fairweather friends”, „River song one“, die ihre feinen Melodielinien nicht auf Anhieb preisgeben und somit Konzentration vom Hörer erfordern, aber auch Titel wie „The late King Henry“, der für Schunkellaune sorgt oder das absolut herzzerreißende Duett mit einer gewissen Debra Jean Creelman („Oslo“).

Wer „If I Don’t Come Home You’ll Know I’m Gone” ein bisschen Zeit zum wachsen gibt und nicht schon nach der ersten Albumhälfte aussteigt, erhält ein schönes Folk-Album, das in nur zwei Wochen entstanden ist, aber für lange Zeit ein guter Freund in dunklen Nächten sein kann.

Anspieltipps:

  • Oslo
  • Lock and key
  • An evening hymn
  • Fairweather friends
  • When we were young
  • Something hiding for us in the night

Neue Kritiken im Genre „Folk“
Diskutiere über „The Wooden Sky“
comments powered by Disqus