Spiritual Beggars - Return To Zero - Cover
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Spiritual Beggars Return To Zero


  • Label: Insideout/EMI
  • Laufzeit: 52 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn Uriah Heep nochmal jung wären, dann würden sie wohl die Musik der Spiritual Beggars machen. Jene schwedische Formation ist ein Nebenprojekt von Michael Amott, der zur Gründung 1994 gerade aus der Death-Metal-Legende Carcass (wo er inzwischen jedoch wieder Mitglied ist) ausgestiegen war und heute vor allem als Leadgitarrist von Arch Enemy bekannt ist. Die Spiritual Beggars sind ein Ausflug in den Stoner-Rock, wofür Amott den Bassisten Sharlee D’Angelo (ebenfalls Arch Enemy), Keyboarder Per Wiberg (Opeth), Schlagzeuger Ludgwig Witt (Firebird) und Sänger Apollo Papathanasio (Firewind) um sich schart. Letzterer ersetzte erst Anfang 2010 seinen Vorgänger, ist aber schon auf dem neuen Album „Return To Zero“ zu hören. Es ist das erste Album nach vier Jahren Funkstille. Leider kann man nicht gerade behaupten, dass die Jungs sich mit einem Knall zurückmelden.

Auf ein Retro-Intro aus dem Synthesizer folgt der schleppende Opener „Lost In Yesterday“. Das etwas zackigere „Star Born“ weckt Hoffnung, mündet aber nur in einen eher laschen Einheitsbrei aus viel geläufigem Stoner-, Hard- und Classic Rock, wo hier und da die gute alte Hammondo-Orgel zum Einsatz kommt. Die Albummitte wird von der mystischen Ballade „Spirit Of The Wind“ eingeläutet, die durch ihren andersartigen Klang wenigstens einen gewissen Reiz behält. Danach geht es weiter wie gewohnt, weitgehend frei von herausstechenden Passagen, bis hin zum kitschigen Schlusslicht „The Road Less Travelled“, mit extra viel Klavier, Streicherklängen und für einige Sekunden sogar einer dezenten Bouzouki (diese griechische Gitarre), im Sinne des halbgriechischen Sängers. Jener neue Sänger, Apollo Papathanasio, fügt sich mit seiner Power-Metal-Stimme übrigens gut in das Konzept der Spiritual Beggars ein und ist ein würdiger Ersatz für Ex-Sänger JB, welcher sich nun voll auf seine Hauptband Grand Magus konzentrieren will.

Es mag ein gutes Ventil für Amott sein, um die Seite seiner immensen Kreativität auszuleben, die nicht dem extremen Metal gilt. Es ist auch schön, dass die einzelnen Mitglieder neben ihren Hauptbands wieder einmal Zeit für dieses fast vergessene Projekt gefunden haben. Nur fehlt dem neuen, siebten Album „Return To Zero“ (die Special-Edition kommt übrigens mit dem Bonus-Coversong „Time To Live“, im Original von Uriah Heep) leider jeglicher Biss. Langjährige Fans kommen vielleicht auf ihre Kosten, doch ansonsten ist diese eher langweilige Scheibe nur etwas für Rocker, die den 70er Jahren hinterher trauern. Die Spirtual Beggars sind zurück. Das Fazit zu diesem Comeback lautet leider nur: Schön für sie…

Anspieltipps:

  • Star Born
  • The Chaos Of Rebirth
  • Spirit Of The Wind

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