3OH!3 - Streets Of Gold - Cover
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3OH!3 Streets Of Gold


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 44 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das im Jahr 2004 gegründete Elektro-Pop-Duo 3OH!3 aus dem amerikanischen Boulder, Colorado (das übrigens die namensgebende Telefonvorwahl 303 hat), bestehend aus Sean Foreman und Nathaniel Motte, gehört zu den mittlerweile schon üblich gewordenen MySpace-Sensationen, sprich zu den Bands, die sich in „Do it yourself“-Manier über das Internet promoten und aus dem Stand riesige Fangruppen aufbauen.

Das Duo brachte im Juli 2007 ihr selbstbetiteltes Debütalbum noch in Eigenregie auf den Markt, doch schon fast exakt ein Jahr später erschien mit „Want“ (07/2008) das Durchbruchsalbum auf dem kleinen Label Photo Finish Records, das von der auskoppelten Single „Don’t trust me“, die sich mehr als 2,5 Millionen Mal verkaufte, gepuscht wurde. Als Produzent war Matt Squire (H.I.M., Taking Back Sunday, The Used) am Werk, der auch das dritte 3OH!3-Werk „Streets Of Gold“ betreute, das inzwischen im Vertrieb des Majors Atlantic Records/Warner Bros. erscheint und in den USA bis auf Platz sieben der Billboard Charts vorstieß. Das klingt nicht nur nach einer schnellen Karriere – das ist eine!

Doch was macht dieses Duo so erfolgreich? Da muss man – ehrlich gesagt – nicht lange forschen. Foreman und Motte koppeln unverschämt eingängige Melodien, die gerne und oft billig wirken dürfen („We are young“), mit den fettesten Beats, die von der heutigen Technik hergegeben werden („Touchin on my“). Dazu werden plakative Raps ohne Sinn und Verstand abgefeuert („Déjà vu“) und zur besseren Promotion mit Ke$ha eine ebenso künstlich wie die Musik von 3OH!3 wirkende Duettpartnerin angeschleppt („My first kiss“).

Damit sind 3OH!3 so etwas wie die The Prodigy des Elektro-Pop. Hauptsache alles ballert und knallt in Doppelrahmstufe: Die geblökten Lyrics, die krakeeligen Gitarren, an denen ein gewisser Dr. Luke ( Ke$ha, Avril Lavigne, Weezer, Katy Perry, Miley Cyrus) herumgeschraubt hat, und natürlich die aufdringlichen Boller-Beats. Das Ganze wird dann zu einem einzigen schmierigen Effekt verquirlt, der beim Hörer schon nach kurzer Zeit Fluchtgedanken verursacht. Denn wer möchte schon mit diesem Karnevals-Pop erwischt werden? Nüchtern niemand!

Anspieltipps:

  • R.I.P.
  • I’m not the one
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