Black Sabbath - Classic Albums: Paranoid - Cover
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Black Sabbath Classic Albums: Paranoid


  • Label: Eagle Rock/EDEL
  • Laufzeit: 97 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Da vielen Musikinteressierten oberflächliche Fakten alleine nicht genügen, wurde die „Classic albums“-Serie ins Leben gerufen, die bereits hochkarätige Platten wie Deep Purples „Machine head“, „Damn the torpedoes“ von Tom Petty and The Heartbreakers, Lou Reeds „Transformer“, Queens „A night at the opera“ oder Steely Dans „Aja“ gemeinsam mit den Musikern unter die Lupe genommen hat. Die neueste Ausgabe behandelt nun „Paranoid“ von Black Sabbath, das im September 1970 als Nachfolger zum selbstbetiteltem Debüt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde und heute als eines der wegweisendsten Heavy Metal-Alben aller Zeiten angesehen wird.

Im Kern erzählt die knapp einstündige Hauptdokumentation den Entstehungsprozess der einzelnen Songs, wie es dazu gekommen ist, gibt Einblicke in die Hintergründe und rundet das Ganze mit einer großen Portion Persönlichkeit ab, schließlich sind bis auf Produzent Rodger Bain alle Verantwortlichen hinter diesem Meilenstein der Metal-Geschichte interviewt worden. Das wird sehr kompakt und unterhaltsam dargeboten, Live-Aufnahmen wechseln sich mit aktuellem Filmmaterial aus den späten 60er und frühen 70er Jahren ab, Tony Iommi (Gitarre), Geezer Butler (Bass) und Bill Ward (Schlagzeug) wird beim „Erfinden“ der Schlüsselpassagen des Albums genau auf die Finger geschaut, bestimmte Teile der Platte werden anhand der einzelnen Spuren aufgefächert und teilweise per Splitscreen visuell unterstützt und Zeitgenossen oder Weggefährten wie Musiker Henry Rollins, Black Sabbaths erster Manager Jim Simpson, Tontechniker Tom Allom oder Kerrang-Chefredakteur Phil Alexander dürfen sich zu Wort melden und ihren subjektiven Blickwinkel schildern.

Am spannendsten bleibt die Dokumentation aber wenn es um die eigentliche Idee hinter Songs wie „Paranoid“, „Hand of doom“, „Fairies wear boots“ oder „War pigs“ geht, denn dann werden Begebenheiten erzählt und auf reale Erlebnisse eingegangen, die der jahrelange Fan womöglich vergessen oder nie gewusst hat. Black Sabbath waren schließlich vor allem in den Anfangstagen eine recht offene und authentische Band, sodass die Geschichte über einen „Zusammenprall mit einem Haufen Skinheads“ kurzerhand in „Fairies (Skinheads) wear boots (Doc Martens)“ abgehandelt und die heroinsüchtigen Soldaten des Vietnamkriegs in „Hand of doom“ thematisiert wurden („You push the needle in“). Alternative bzw. improvisierte Songtexte von Ozzy aus den Rohfassungen der einzelnen Stücke zeugen außerdem vom Melodieverständnis der vierköpfigen Truppe und bebildern eindringlich welches ungeheure Potential in der Band steckte.

Abseits des Hauptprogramms gibt es noch die Bonussektion, die sich ausschließlich mit weiterführenden Anmerkungen zum Album „Paranoid“ befasst. Dort wird auf die musikalischen Einflüsse eingegangen (u.a. The Beatles, Jack Bruce, The Shadows), Hintergrundinformationen zu den einzelnen Songs näher beleuchtet („Paranoid“, „Planet caravan“) oder die fehlenden Erläuterungen zu „Rat salad“ angefügt. Alles in allem ist diese Classic Albums-Ausgabe damit wieder eine faszinierende Bereicherung zu einer allseits bekannten, grandiosen Platte.

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