Lloyd Cole - Broken Record - Cover
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Lloyd Cole Broken Record


  • Label: Tapete Records
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Aufmerksamkeit wird Lloyd Cole mit diesem Album gewiss sein.

Lloyd Cole hatte seine erfolgreichste Zeit in den 80er Jahren als Sänger der britischen Pop-Band Lloyd Cole & The Commotions. Seit den Neunzigern ist er bis auf wenige Ausnahmen (Lloyd Cole and The Negatives) als Solo-Singer/Songwriter unterwegs. Mit „Broken Records“ legt er nun seit langer Zeit wieder ein neues Studioalbum vor.

Mit der Unterstützung des Hamburger Labels Tapete Records, das für einen Musiker wie Lloyd Cole sicher genau das Richtige ist, sowie seinen treuen Fans, die die Platte vorbestellten und somit vorfinanzierten, hat Cole für eine begrenzte Zeit ein Studio gemietet und seine Lieblingsband engagiert, die aus alten Weggefährten, aber auch z.B. aus Mitgliedern von Joan As A Police Woman besteht. So hatte es durchaus etwas Wagemutiges, die Fertigstellung des Albums unter so einem Zeitdruck zu stellen.

Herausgekommen ist ein durchweg ruhiges Album, das die typischen Folkstile vereint. Es wirkt zeitweise countrylastig, vor allem dann, wenn Banjos eingesetzt werden („Rhinestones“). Der Opener hingegen klingt typisch verträumt und melancholisch und würde locker auf ältere Werke Lloyd Coles passen. Ohrwurm- und hitverdächtig ist „Writers Repeat!“. Eine fröhlich, leichte Melodie mit etwas Mundharmonikabegleitung und fertig ist der Song. Es ist nicht verwunderlich, dass dieser zur Singleauskopplung gewählt wurde. Das ist Lloyds Segen und Fluch zugleich. Er kann durchaus zwischen den Stilen hin- und herpendeln, bricht aber nie wirklich aus. Der Hörer bekommt, was man erwartet, allerdings ist auch die Gefahr der Eintönigkeit sehr hoch.

Eine nette Abwechslung bietet „If I Were A Song“, wo gegen Ende des Tracks alle mit einem „Lalalala“ einstimmen. Und am Ende bei „Double Happiness“ blitzt kurz Lloyds Rockerherz auf. Soli mit E-Gitarren verursachen einen Sound im Stil der Dire Straits. Es geht auch anders. Lloyd Cole hat ein beachtliches Werk geschaffen und deutlich gemacht, wo er hin will. Aufmerksamkeit wird ihm mit diesem Album gewiss sein. Und dennoch wird man das Gefühl nicht los, dass es Lloyd noch besser kann und zumindest auf diesem Album nicht sein ganzes Potential ausschöpft. Aber der Weg ist gut.

Anspieltipps:

  • Writers Retreat!
  • That’s Alright
  • Oh Genevieve
  • Double Happiness

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