Canadians - The Fall Of 1960 - Cover
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Canadians The Fall Of 1960


  • Label: Ghost Records/ALIVE
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Italien wird in Sachen Musik – möglicherweise zu Unrecht – in der Regel mit seichter Popmusik und abgetakelten Schlagerstars in Verbindung gebracht. Was tatsächlich in unserem liebsten Urlaubsland passiert, bekommen wir hier kaum mit. Da gibt es z.B. eine aus Verona stammende Indie-Rockband namens Canadians, die ihren Namen wohl auch zum Zwecke der Ablenkung gewählt hat, um nicht in einem Topf mit Schmusebarden und Eisverkäufern zu landen.

Gegründet wurde die fünfköpfige Band im Januar 2005 und schon mit ihrer in Eigenregie vertriebenen Debüt-EP „The North Side Of Summer“ erspielte sie sich einen sehr guten Ruf, so dass bald Gerüchte herumgingen, dass die Canadians einen Majordeal unterzeichnen würden. Tatsächlich unterschrieben sie aber im März 2007 bei dem kleinen Label Ghost Records, das im Herbst 2007 das Longplay-Debüt „A Sky With No Stars” (09/2007) veröffentlichte.

Musikalisch warfen die Canadians auf ihrem Debüt mit Einflüssen aus den 90er Jahren von Weezer über Grandaddy bis hin zu Pavement sowie mit Sixtees-Reminiszenzen á la Beach Boys und Byrds um sich. Daran ändert auch das zweite Studioalbum „The Fall Of 1960” nichts, das schon im Opener „A great day“ mit einer quietsch-bunten Weezer-Melodie eröffnet wird, was im Zusammenhang mit dem letzten, grottenschlechten Werk von Rivers Cuomo und Co. sicher mit Vorsicht zu genießen ist. Denn zwischen Weezer zu Zeiten des „blauen Albums“ und heute liegen Welten.

Die Canadians reihen sich qualitativ leider in der Spätphase des Weezer-Schaffens ein, also ausgestattet mit harmlosen Melodien und fetten Power-Pop-Riffs, die keine nachhaltige Wirkung erzeugen können, aber auch nicht weh tun. So rufen ihre Songs wenigstens keine Enttäuschung oder sogar geballten Ärger hervor, was aber auch daran liegt, dass es einfach keine Erwartungshaltung an sie gibt.

Die Canadians sind nette Jungs, die nette Songs schreiben und damit gnadenlos im Durchschnitt versinken. Ihr Power-Pop hat weder Ecken noch Kanten, woran auch ein paar unflätige Textzeilen und durchaus coole Songtitel wie „The richest dumbass in the world“ nichts verändern. Auf „The Fall Of 1960“ ist wirklich alles viel zu harmlos, um auch nur irgendein Gefühl beim Hörer auszulösen.

Anspieltipps:

  • Yes man
  • Leave no trace
  • The richest dumbass in the world
  • Rain turns into hail (and then the sun)

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