The Sword - Warp Riders - Cover
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The Sword Warp Riders


  • Label: Kemado/Rough Trade
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

John Cronise (Gesang, Gitarre), Kyle Shutt (Gitarre), Bryan Richie (Bass) und Trivett Wingo (Schlagzeug) sind Mitglieder einer Heavy Metal Band, wie sie eigentlich typischer nicht sein kann. Doch The Sword – so der Name besagter Gruppe – haben sich für ihr drittes Album, bei welchem zum ersten mal nicht Cronise, sondern Matt Bayles (Mastodon, Polar Bear Club, Isis, Russian Circles) die Aufgaben des Produzenten übernommen hat, etwas besonderes ausgedacht: Anders als bei vielen Bands des allgemeinen Metalgenres, verzichten The Sword auf klischeebehaftete Geschichten über mittelalterliche Heroen oder Fantasyfiguren, sondern setzen den Handlungsrahmen und Protagonisten ihres Konzeptalbums „Warp Riders“ nicht in die irdische Vergangenheit, sondern auf einen anderen Planeten. Mehrere Asteroiden und ein Raumschiff schmücken das Artwork des Albums des amerikanischen Vierers, welcher nicht zuletzt durch den Job als Vorband von Metallica einen Bekanntheitsschub erfahren hat und an deren Sound The Sword auch nicht selten erinnern.

So gehört zum Beispiel beim knüppelden Instrumentalstück „Astraea's Dream“. Gesangslose Abschnitte gehören dabei zur Grundtendenz der Musik von The Sword: Lange Instrumentalpassagen mit klaren, kräftigen und abwechslungsreichen Riffs werden immer wieder von aufheulenden Gitarren durchzogen, um in einem langgezogenem Solo zu münden („The Chronomancer I: Hubris”). Analog zu den sauber erklingenden Gitarren ist Sänger Cronise nicht daran interessiert zu growlen oder zu schreien, sondern singt – wenn auch bisweilen recht monoton. Die langen Instrumentals legen die Stärken von The Sword offen: Ihnen liegt – trotz des durchaus vorhandenen inhaltlichen Konzepts – weitaus mehr daran, sich die Finger an ihren Instrumenten wund zu spielen. Das ist zwar in diesem Falle auch mit dicker Pose verbunden, aber eben auch mit einem unüberhörbaren Maß an Können. So könnten The Sword sicher eine gutes Stück konsenfähiger sein, würden sie ihren Songs einen Schuss mehr Eingängigkeit verpassen.

Die Website der Band führt in die Erzählung des Albums ein: „Warp Riders” erzählt etappenweise die Geschichte um den von seinem Stamm verstoßenen Bogenschützen Ereth, der auf dem Planeten Acheron landet. Auf diesem Planeten – aufgeteilt in eine von Hitze geplagte helle und eine in Schatten gehüllte dunkle Seite – findet ein Kampf zwischen dem Guten und Bösen statt, in dessen Konflikt Ereth eine Schlüsselrolle zukommen soll. Erzählt wird nicht nur durch die Lyrics von Cronise, sondern auch durch die sich duellierenden Instrumenten. Zugegeben, so neu ist dieser Rahmen nun auch nicht. Cronise erklärt seinen Ansatz folgendermaßen: „I’m pretty sure the first concept album I ever heard was Operation: Mindcrime by Queensrÿche when I was a kid, which I was way into. Even though I never really understood the whole story, I was nonetheless enthralled by how the album created its own world. I wanted to create a setting for our songs that would be unique and different, but still a place where epic sagas unfold in proper Sword fashion.”

Mit „Warp Riders“ gelingt der Heavy Metal Band The Sword ein mitreißendes Stück Musik, welches in vielen Momenten auf traditionelle Hardrock-Elemente zurückgreift, zum Beispiel im fetten Groove von „Lawless Lands“. Das inhaltliche Konzept gibt dem Album ein solides Fundament, auf welchem das Quartett ihr Können an ihren Instrumenten durch zackige Riffs, ausladende Soli und preschende Rhythmik mehrmalig unter Beweis stellt. Hat man nach mehrmaligem Hören die Songs erst einmal durchschaut, ist „Warp Riders“ ein krasser Ritt durch unbekannte Sphären. Die Band steht stilistisch in einer Reihe mit traditionellen Heavy Metal Bands wie Metallica oder Black Sabbath, welche sie auch als großen Einfluß nennen. Passend zum Albumkonzept veröffentlicht die Band übrigens eine Videotrilogie, um der Musik auch visuell eine Identität zu verschaffen, angefangen mit den Bildern zum Song „Tres Brujas”.

Anspieltipps:

  • Tres Brujas
  • Astraea's Dream
  • Night City
  • The Chronomancer II: Nemesis

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