Tarja - What Lies Beneath - Cover
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Tarja What Lies Beneath


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 55 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Vielseitig, mit unterschiedlichen Klangfarben ausgestattet, aber alles in allem eine ganze Spur heftiger als der Vorgänger.

Wer hätte 1996 gedacht, dass harte Metal-Klänge kombiniert mit klassischem Sopran einmal der große Trend in der Hard’n’Heavy-Szene werden würde? Knapp fünfzehn Jahre ist das her. Heute spielen Nightwish, die Vorreiter des Genres, längst in der allerhöchsten Metal-Liga. Als sich die Band 2005 von ihrer charismatischen Sängerin Tarja Turunen trennte war der Schock in der Szene groß. Doch kann Nightwish ohne Tarja Turunen überhaupt funktionieren? Zweifellos – das hat das letzte Band-Album „Dark Passion Play“ bewiesen. Doch wie steht es mit Tarja Turunen?

Eine Frage, die sich nicht so leicht beantworten lässt. Ihr erstes Soloalbum „My Winterstorm“ war zwar recht erfolgreich, spaltete aber die Szene. Das ambitionierte Werk war vielen Fans wohl doch eine Spur zu soft. Doch das, was Tarjas Erstling am meisten fehlte war eine eindeutige Marschrichtung, das Kompositorische Genie eines Tuomas Holopainen – und nicht zuletzt eine Seele.

Diese Seele hat das neue Album „What Lies Beneath“ endlich. Vielseitig, mit unterschiedlichen Klangfarben ausgestattet, aber alles in allem eine ganze Spur heftiger als der Vorgänger, kommt die Scheibe daher. Eine vorsichtige (musikalische) Annährung an den ehemaligen Brötchengeber ist kaum zu leugnen. Das beweist bereits der verschachtelte Opener „Anteroom Of Death“. Klassik-, Barock- und Metal-Einflüsse halten sich in der Wage. Tarjas Stimme klingt unverwechselbar wie eh und je und eine Gesangseinlage der deutschen A-Capella-Metaller von Van Canto macht das Paket perfekt. Zweifellos die Art Höhepunkt, die dem Vorgängeralbum leider über weite Strecken fehlte. Das Gleiche gilt auch für das darauf folgende „Until My Last Breath“. In Sachen Eingängigkeit und Aufbau lässt Nightwish’s bislang größter Hit „Nemo“ grüßen. Umso unverständlicher also, warum als erste Singleauskopplung die vergleichsweise unspektakuläre Ballade „I Feel Immortal“ gewählt wurde.

Besser ist Tarja auf diesem Album zweifellos, wenn es härter zur Sache geht. So werden Songs wie „In For A Kill“, „Little Lies“ und „Dark Star“ bei den kommenden Konzerten wohl für Stimmung suchen. Die typischen Nightwish-Zutaten (Härte, Orchester-Bombast, Eingängigkeit) sind hier immer präsent. Dazu kommen ein paar Füllnummern wie „Underneath“ und „Rivers Of Lust“, von denen allerdings keine wirklich negativ heraus sticht.

Härter, eingängiger, irgendwie auch konsequenter ist „What Lies Beneath“ insgesamt geworden. Dabei scheint die Finnische Sängerin den Vergleichen mit ihrer ehemaligen Hauptband nicht einmal mehr aus dem Weg gehen zu wollen. Tarja Turunen findet ihren Weg. Und der heißt ironischerweise „Nightwish“.

Anspieltipps:

  • Anteroom Of Death
  • Until My Last Breath
  • Little Lies

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