Klaxons - Surfing The Void - Cover
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Klaxons Surfing The Void


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie der Soundtrack zu einer Space-Opera.

Klaxons zweites Album nach dem 2007er „Myths Of The Near Future” hat einen etwas umständlichen Entstehungsweg hinter sich: Zunächst gab es mehrere Produzentenwechsel, die vier Briten landeten schließlich bei Ross Robinson (Slipknot, At The Drive-In, The Cure). Als man Anfang 2009 einen ersten Entwurf bei der Plattenfirma Polydor ablieferte, lehnten die Verantwortlichen die Veröffentlichung ab. Zu experimentell sollen die Songs gewesen sein. Das hat man so oder so ähnlich schon öfter vernommen. Und hört man nun die endgültige Fassung von „Surving The Void” ist der Fall auch ganz klar: Hits wird das Album wenige bis gar keine abwerfen. Dazu haben sich Klaxons in diesem Jahr viel zu sehr dem Experiment und schrillem Anderssein verschrieben, auch wenn sich im Vergleich zu Songs wie „Golden Skans” stilistisch eigentlich nicht viel verändert hat.

Was genau an „Surving The Void” so experimentell sein soll? Da wäre zum Beispiel jener The Mars Volta-Moment in den ersten Sekunden des Titeltracks, bei dem Klaxons ihre Instrumente zerhacken und die Gitarren wirr-flirrend große Weiten suggerieren. Titel wie „Venusia” oder „Extra Astronomical” lassen extraterrestrische Bilder vor dem inneren Auge des Hörers aufblitzen und genauso abgehoben und weltraumaffin klingen die Lieder dann auch, sodass sich die Band oftmals am Rande der Kopflosigkeit befindet, ihnen der Song selbst aber nicht aus der Hand gleitet. Der anschließende „Overflash” macht seinem Namen dann alle Ehre, wenn die Gitarren heftig quietschen, im Refrain immer wieder mit entfremdeten Stimmen bedrohlich gemahnt wird: „Here comes the flashover“ und nach kurzem Piano-Intermezzo dem Wahnsinn endgültig aller Freiraum gewährt wird. „Echoes” bleibt der einzige Song mit offensichtlicher Hook, bei den anderen Stücken müssen die Melodien erst erschlossen werden. In der Tat klingt die Band innovativ oder zumindest außergewöhnlich, ist dabei aber nicht immer entschlossen genug, von ihren schrägen Ausgangspunkt aus genügend Momente zu entwickeln, die haften bleiben.

Jamie Reynolds (Gesang, Bass), James Righton (Gesang, Keyboard), Simon Taylor-Davis (Gitarre) und Steffan Halperin (Schlagzeug) haben somit einen zweiten Wurf geschaffen, der erstmal wirken muss. Zwischen den Stühlen von Psychedelic und Pop, Elektro und Rock positionieren Klaxons ein paar abgefahrene Songs, welche einen schon mal den Kopf verdrehen können („Echoes”, „Flashover”, „Cypherspeed”), aber auch schon mal zum Kopfschütteln verleiten können („Surfing the Void”) und wie der Soundtrack zu einer Space-Opera anmuten. Ein Album, das man für den Moment gerne hört und interessant findet, aber mit etwas Pech sehr schnell wieder vergessen wird.

Anspieltipps:

  • Echoes
  • Flashover
  • Cypherspeed

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