Ghinzu - Mirror Mirror - Cover
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Ghinzu Mirror Mirror


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Was soll man mit einer Musik anfangen, die sich allen Gesetzen der Popmusik entzieht, die aus jeder Schublade gleich wieder herausspringt und förmlich zu schreien scheint: „hier gehöre ich nicht her“? Wenn die Genres, die man sich sorgfältig zusammen konstruiert hat, auf einmal nicht mehr greifen und nur noch wie Ausreden erscheinen, sich nicht näher mit der Musik beschäftigen zu müssen? Und was soll man mit einer Band wie Ghinzu und einem Album wie „Mirror Mirror“ anfangen?

Ghinzu machen Musik, die schwer zu greifen, schwer zu beschreiben und schwer zu verstehen ist. Eine Art Bastard aus Pink Floyd und Alternative Rock der Marke Kooks, gepaart mit dezenten, durchaus auch Disco-kompatiblen Synthie-Elementen. Doch auch diese grobe Einordnung ist nur oberflächlich. Was zum Beispiel haben die hohen Chöre in „Dream Maker“ zu suchen, was die Schrammelgitarren in „Take It Easy“ und wieso klingt „This Light“ auf einmal wie eine vergleichsweise massentaugliche Radioballade, während „Birds In My Head“ als reine Klangcollage daherkommt?

Wenn man ehrlich ist, ist die Suche nach einem Grund auf diesem Album genauso müßig wie letztendlich unsinnig. Ghinzu spielen Art-Rock, fernab vom Mainstream und fernab von den Grenzen des Marktes. Die Musik ist ehrlich, perfekt komponiert und gespielt. Sie ist anspruchsvoll und eigenständig und wenn sie Genrekonventionen zitiert, dann niemals zum Selbstzweck, sondern immer im sinnvollen Kontext des Songs. Es bleibt nur eine Frage offen: Wer soll sie hören?

Anspieltipps:

  • Take It Easy
  • Dream Maker
  • Interstellar Orgy

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